20. September 2018
Ankündigungen

Protestspieltag

Hallo Borussia-Fans,
untenstehend findet ihr die Erklärung der Fanszenen Deutschlands zu einem bundesweiten Aktionsspieltag in der kommenden Woche. Auch wir in Mönchengladbach werden uns daran beteiligen. In den angekündigten 20 Minuten werden wir den Support nicht wie gewohnt organisieren, jedoch auch nicht schweigen, sondern uns einem lautstarken Protest gegen die Verbände widmen!

Gerade in Anbetracht der letzten Terminierungsrunde der DFL ist uns Borussen das Thema Spieltagsansetzungen präsenter denn je. Unzählige Sonntagsspiele und ein Freitagsspiel in Freiburg, bei dem auf den Wunsch der TV-Partner mal wieder mehr Wert gelegt wurde als auf die Bedürfnisse von uns Fans – uns reicht’s! Auch die anderen Themen rund um die fortschreitende Kommerzialisierung, die Sportgerichtsbarkeit inkl. des neuen Strafenkatalogs und Co. sind nach wie vor aktuell.

Die Positionspapiere der Fanszenen Deutschland findet ihr hier:

Positionspapier Sportgerichtsbarkeit
Positionspapier Kommerzialisierung
Positionspapier Fanrechte
Positionspapier Stadionverbote
Positionspapier Anstoßzeiten

Spätestens am Spieltag selbst informieren wir in der Nordkurve genauer über den Protest. Gerne möchten wir euch aber auch die Gelegenheit bieten, bereits vorab mit uns über die Entwicklungen mit den Verbänden und die kommende Aktion zu diskutieren. Hierfür stehen wir gerne im Sonderzug nach und im Gästeblock in Berlin und insbesondere am kommenden Montagabend, den 24.9.2018, ab 18:30 Uhr im FanHaus zur Verfügung.

,,Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten ,,runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.
Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.

Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem fünften Spieltag, um.

In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018


21. August 2018
Ankündigungen

JETZT ERST RECHT!


Vor rund zwölf Monaten schlossen sich bundesweit die Fankurven zusammen, um sich der voranschreitenden Zerstörung des Fußballs wie wir ihn kennen entgegen zu stellen. Nachdem medial zahlreiche Versuche all jener, die sich von dieser Kampagne in die Enge getrieben fühlten, misslangen, mussten sich diese Verantwortlichen bei DFB und DFL in den kommenden Monaten an ihren öffentlichen Aussagen messen lassen.

Die anfängliche Euphorie wich in den zwei erfolgten Standpunktgesprächen zwischen Vertretern der Fanszenen Deutschlands mit den Verantwortlichen aus DFB und DFL schnell. Viel mehr verfestigte sich abermals der Eindruck, man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden.

Eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen in zahlreichen Fällen auch die Vereinsvertreter. Oftmals offenbarte ein Blick hinter die Kulissen, dass Vertreter der Vereine im Innenverhältnis gegenüber den eigenen Fanvertretern Verständnis und Zusagen geben, um innerhalb der Liga-/Verbandsversammlungen dann genau gegenteilig zu agieren. Auch fehlt es hier ganz klar an einer lösungsorientierten Vernetzung und Eigeninitiative. Insbesondere in der Causa um die 50+1-Regel zeigte der Vorstoß des Vertreters vom FC St. Pauli eindrucksvoll, dass es unter den Vereinsvertretern deutlich Spielraum für mehr Eigeninitiative gibt, der noch ungenutzt ist. Die Vereinsvertreter sind mit Nichten die Abnicker von kommerziellen Plänen der Deutschen Fussball Liga, die allein aus Selbsterhaltungszwecken die Vermarktung der Ware Fussball vorantreiben muss. Die Vereinsvertreter sind die, die Werte und Wünsche der Basis aus Mitgliedern und Fans ihrer Vereine vertreten sollen.

Nur wenige Tage nach dem zweiten Gespräch stellte sich heraus, dass ab der Saison 2018/2019 sogar die 3. Liga einen Montagsspieltag haben wird, was im Rahmen des Gesprächs zu keinem Zeitpunkt seitens der Verbände angebracht wurde, obwohl mit Thomas Schneider eine selbsternannte Person mit der Kernkompetenz Faninteressen vertreten war. Alleine hier hätte die Brisanz des Themas auffallen müssen. Stattdessen wurde mit einer Pilotphase für die einheitliche Behandlung von Fanutensilien ein neuer Papiertiger geschaffen, der bis heute keine Ergebnisse vorzuweisen hat. In puncto Sportsgerichtbarkeit goss der DFB seine bisher intransparenten Strafen in horrenden Höhen lediglich in Formen und manifestierte sein willkürliches Ersatzstrafrecht in einem Strafenkatalog. Auch hier kann weder von einer Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein. Von Transparenz fehlt weiterhin jede Spur, was auch die bis heute mangelnde Aufklärung der Causa Beckenbauer in Zusammenhang mit den Sommermärchen-Millionen oder im Falle des Funktionärs Curtius sehr eindrucksvoll widerspiegelt. Die vermeintliche Neurregelung der Regionalligen wurde in einem Hauruckmanöver zu einem Glücksspiel umfunktioniert, anstatt eine klare Regelung zu finden. Wir können diese Liste Punkt für Punkt abarbeiten um letztendlich unter dem Strich festzuhalten: Dem DFB und der DFL sind sich weder dem Gegenwert dieser ausgestreckten Hand der Fanszenen Deutschlands, noch den Konsequenzen dieser mangelnden Wertschätzung der Basis in den Stadien bewusst. Stattdessen manifestierte sich viel mehr der Eindruck, dass der Fussballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen.

Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen.

Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fussballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fussballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.

Ihr werdet auch in dieser Saison von uns hören!

Die Fanszenen Deutschlands im August 2018


16. Mai 2018
Ankündigungen

Fußball für Fans!

Fußball für Fans

Vergangenen Monat kam es in der zweiten rumänischen Liga zum Derby unserer Freunde aus Timisoara gegen ihren Erzrivalen aus Arad. Der Fanszene von Poli wurde dabei, trotz gültiger Eintrittskarten bei allen Anwesenden und ohne irgendeinen anderen Grund, der Zutritt zum Stadion verwehrt.
Als bekannt wurde, dass dieser Zustand bis über das Spielende hinaus andauern würde, verließ die Mannschaft Timisoaras zur 62. Spielminute das Feld, um ihre Solidarität mit den zu Unrecht ausgesperrten Fans auszudrücken. Damit unterstrich sie einmal mehr die besondere Verbundenheit aller Beteiligten der Poli-Familie: Der Verein, der nach dem Untergang des ursprünglichen Vereins erst vor sechs Jahren von den Fans neugegründet wurde und innerhalb dieser Zeit den Durchmarsch in die zweite Liga bewerkstelligte, zeichnet sich durch eine unglaubliche Geschlossenheit aus. Spieler, Funktionäre, Fans – Wenn hierzulande so oft von einer Einheit gesprochen wird, findet man sie nirgendwo so tatsächlich wie bei Poli Timisoara.
Der Verein betonte im Nachgang dieser Ereignisse, dass nicht nur dieses eine Spiel und die Reaktion von Bedeutung seien, sondern ein allgemeineres Zeichen: Fotbal e pentru suporteri – Fußball ist für die Fans! Darüber hinaus betonte der Club, dass es nicht nur um die eigene Fanszene ginge, sondern um alle Fans allgemein. Was im April in Arad geschehen ist, kann demnächst auch jede andere Fanszene betreffen.
Der Verband reagierte drakonisch: Es blieb nicht nur bei der erwarteten Spielwertung von 3:0 gegen Poli, darüber hinaus wurden 3 Punkte abgezogen und eine Strafe von 79.500 Lei (17.500€) ausgesprochen. Was für uns wenig klingt, ist in der rumänischen zweiten Liga jedoch exorbitant und buchstäblich existenzgefährdend.
Politehnica Timisoara ruft daher zu Spenden auf, um das Zeichen des Vereins zu unterstützen und die Auswirkungen der Strafe auf den Verein abzufedern. An diesem Spendenaufruf möchten auch wir, als verbrüderte Fanszene, uns gerne beteiligen!

Spenden könnte ihr über folgende Wege:

Überweisung aufs folgende Konto:
ASU Politehnica Timişoara
IBAN: RO72BRDE360SV08285013600
BIC: BRDEROBU
Verwendungszweck: Fußball für Fans

PayPal:
Im folgenden Link zur Stellungnahmen findet ihr am unteren Ende des Textes einen gelben Button mit der Aufschrift „Donate“. Klickt diesen und ihr werdet sofort zu PayPal und dem richtigen Empfänger weitergeleitet.

Die Stellungnahme von Poli selbst findet ihr unter folgendem Link: http://www.sspolitehnica.ro/fotbalpentrusuporteri-de/

Lasst uns unseren Freunden helfen! Fußball ist für die Fans!


31. Januar 2018
Ankündigungen

Heimspiel gegen Red Bull

Das vierte Spiel unserer Borussia gegen das Kommerzprodukt aus Leipzig steht an. Unabhängig von der sportlichen Etablierung Red Bulls in der Bundesliga, die mit viel Geld erkauft und entgegen Grundsätzen wie der 50+1-Regelung erreicht worden ist, dürfen Spiele gegen dieses Produkt niemals zur Normalität werden.

Aus diesem Grund werden wir die Proteste fortsetzen, die wir bereits bei den letzten Spielen umgesetzt haben. In den ersten 19:00 Minuten werden wir schweigen, um darauf aufmerksam zu machen, dass dieses Aufeinandertreffen für uns keinen Normalzustand darstellt.

Nach den 19:00 Minuten gilt es dann Vollgas zu geben um den Protest gegen Red Bull zu artikulieren und unseren Traditionsverein seit 1900 zu supporten.

Neben den Protesten besteht ab dem Heimspiel gegen Leipzig außerdem die Möglichkeit sich für den Sottocultura Förderkreis e.V. anzumelden. Wer seine Mitgliedschaft im vergangenen Jahr nicht auf das SEPA-Mandat umgestellt hat, muss sie bei uns am Stand hinter Block 18 verlängern, um auch im neuen Jahr Förderkreismitglied zu bleiben. Darüber hinaus können natürlich auch Borussen, die bislang nicht im Förderkreis waren, Mitglied werden. Ihr unterstützt uns dadurch nicht nur ideell in fanpolitischen Angelegenheiten wie den Red Bull- oder Verbands-Protesten, sondern gerade auch finanziell: Jeder Euro eures Mitgliedsbeitrags fließt in Form von Choreos, Fahnen, Trommeln o.Ä. wieder in die Kurve zurück.

Anmeldeformulare werden von uns am Samstag verteilt. Online findet ihr es alternativ auch im Downloads-Bereich auf der rechten Seite.


19. September 2016
Auswärts

Alle nach Leipzig! Scheiß RB!

Wir aktiven Fans stehen der Entwicklung des Fußballs, die seit Jahren immer mehr in Richtung neuer Rekordgewinne und zu Lasten traditioneller Werte und Ideale geht, bekanntermaßen kritisch gegenüber. In unserer Kritik sind wir dabei weder naiv, noch schauen wir nur auf andere Standorte. Als Anhänger eines Bundesligavereins ist es heute unvermeidlich, gewisse Widersprüche zwischen dem Anspruch an einen traditionellen und fannahen Fußball einerseits und der Realität rund um Aktiengesellschaften, ausgegliederte Profiabteilungen und strategische Partner andererseits auszuhalten.

Das von Red Bull erschaffene Kunstprodukt aus Leipzig stellt allerdings eine neue Dimension der Abscheulichkeit dar. Die bisherige Logik der Vereinsunterstützung wird durch dieses Konstrukt umgekehrt, da hier ein Verein einzig und allein zu dem Zweck gegründet wurde, Werbeträger für ein Unternehmen zu sein. Damit geht es noch über solche, ebenfalls abzulehnende, Modelle wie in Hoffenheim oder Wolfsburg hinaus. Und natürlich ist es weiter denn je entfernt von traditionellen Vereinsformen, die sich ihre Zuwendungen dadurch verdienen, dass sie aus eigener Kraft sportlichen Erfolg und Attraktivität erlangen.

Nicht nur die Gründung und dessen Zweck sprechen eine klare Sprache, sondern auch die Organisation und Struktur des Ganzen. Mitbestimmung, Teilhabe und eine lebendige Fankultur sind in diesem Konstrukt nicht gewollt, sondern ausschließlich der Konsum des Produkts.

Die bundesweite Kritik an Red Bull teilen wir daher voll und ganz, davon kann kein Gladbacher abweichen. Unterschiedliche Meinungen zum Umgang mit Red Bull gab es aber natürlich. Wichtig war uns vor allem, dass wir uns ab dem ersten Spiel auf eine Lösung festlegen, die wir auch in den kommenden Jahren konsequent durchziehen werden, da uns ein Hin&Her in dieser Sache nicht angemessen erscheint. Letztendlich sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass ein Boykott des Spiels in Leipzig der falsche Weg ist.

Im Gegenteil, wollen wir am kommenden Mittwoch für die Werte einstehen, die uns gerade von solchen Produkten unterscheiden. Unser Team nicht im Stich zu lassen und gleichzeitig den Protest ins Stadion tragen, der sonst nicht stattfinden würde – das ist unsere Marschroute gegen Red Bull!

Für den Traditionsverein Borussia Mönchengladbach – Gegen Red Bull Leipzig!

Für einen Fußball voller Ideale und Werte – Gegen eine zur Werbeveranstaltung verkommene Sportveranstaltung!

Um trotzdem auf die gefährliche Entwicklung aufmerksam zu machen, die der Fußball mit – immer mehr – Produkten wie in Leipzig nimmt, werden wir bis zur Spielminute 19:00 schweigen. Die Verantwortlichen in den Verbänden sollen sehen, wie ihr Fußballereignis aussehen wird, wenn sie noch mehr solcher Auswüchse gestatten, in unseren Fußball einzudringen.

Ab 19:00 heißt es dann: Vollgas, Borussia supporten und den Protest gegen Red Bull hinausschreien! Um Geschlossenheit in dieser Hinsicht zu demonstrieren wird es am Mittwoch vor dem Gästeblock und am FPMG-InfoMobil Mottoschals für 5 Euro geben. Dem Motto wird auch in größerer Form im Stadion ab der 19. Minute entsprochen.

Also: Den eigenen Schal zuhause lassen und vor dem Stadion mit dem Mottoschal eindecken. Bis 19:00 schweigen und anschließend mit aller Entschlossenheit loslegen.

Scheiß Red Bull Leipzig!
Für unseren Traditionsverein seit 1900!

FPMG Supporters Club und Sottocultura


26. August 2016
Fanpolitik

Stellungnahme zur Eintrittspreispolitik

“Auf Rekordumsatz folgen Rekordpreise – 48 € für das Ticket? Größenwahn, Boru$$ia?”

Mit diesen Worten haben wir beim vorgestrigen Spiel gegen Young Boys Bern auf die erhöhten Ticketpreise für das Quali-Spiel aufmerksam gemacht. Im Folgenden möchten wir unsere Kritik ausführlicher darlegen.

In den vergangenen fünf Jahren ist unser Verein in ungeahnter Art und Weise auferstanden und hat sich vom Fast-Absteiger in der Relegation gegen Bochum zum viermaligen Europapokal-Teilnehmer gemausert. Das Anknüpfen an alte und glorreiche Zeiten freut die gesamte aktive Fanszene und uns, die wir in den Jahren zuvor so viele sportliche Tiefpunkte erleben mussten, sicher mit am meisten. Neben wunderschönen Erlebnissen in dieser Zeit, für die wir ewig dankbar sein werden, müssen wir leider auch zunehmend Entwicklungen zur Kenntnis nehmen, die mit anhaltendem Erfolg Einzug halten und die wir nicht gutheißen können. Eine dieser Entwicklungen ist die Eintrittspreispolitik des Vereins.

Wir sind nicht naiv. Europäische Spiele, mehr noch in der Champions League, heben sich vom Bundesligaalltag ab und sind naturgemäß mit einem Aufschlag verbunden. Natürlich zahlen Dauerkarten Plus-Besitzer im Nordkurve Unterrang den Aufpreis für ihr Ticket, da sie, anders als bei nationalen Spielen mit Stehplätzen, einen Sitzplatz in Anspruch nehmen. Und natürlich ist es Usus, dass bei besonderen Gegnern oder in der Champions League-Gruppenphase eine Erhöhung stattfindet – das ist immerhin bei nationalen Spielen gegen die attraktivsten Gegner auch so.

Problematisch aber ist die Entwicklung, die die Preise bei Borussia in dieser Saison nehmen. Neben der Erhöhung der Dauerkartenpreise, die in den meisten Kategorien ca. 10% betragen hat, ist es vorallem das Qualispiel gegen Bern, welches uns sauer aufstößt. Hierfür wurden satte 48€ fällig, wenn man nicht im Genuss einer Dauerkarte Plus für den Unterrang der Nordkurve ist. Saisonkarteninhaber, die ihr Vorkaufsrecht für die Tageskarte in Anspruch nehmen und einfache Tageskartenkäufer hatten also keine Chance an ein Ticket unterhalb dieses Preises zu kommen. Wohl gemerkt hat der Kartenverkauf stattgefunden, lange bevor feststand, in welchem Lostopf Borussia sein würde und welcher Gegner uns erwarten könnte. Neben ein paar möglichen attraktiven Gegnern lauerten also vorallem auch große Fragezeichen oder Nicht-Publikumsmagnete wie FK Rostow auf uns. Dafür einfach mal pauschal 48 Euro zu verlangen ist in unseren Augen wenigstens happig.

Dass Borussia das auch einmal so gesehen hat beweist das letzte Champions League Quali-Spiel gegen Dynamo Kiew vor ein paar Jahren. Hier sind noch gut zehn Euro weniger für die gleiche Kategorie von Spiel fällig geworden. Warum der Verein sich bei der Preisgestaltung also nicht an diesem gleichen Fall, sondern an den letztjährigen Gruppenspielen (dazu gegen Fußballgrößen wie Juventus Turin und Manchester City) orientiert hat, bleibt fraglich. Ebenso ist der Unterschied zur Europa League-Gruppenphase und den damit zuletzt verbundenen Eintrittspreisen immens: 20 Euro weniger wurden für die Spiele aufgerufen. Für den Verein mag der Unterschied zwischen CL(-Quali) und EL, gerade in finanzieller Hinsicht, immens sein. Für uns Fans wiederum gilt das nicht. Das Spiel am Mittwochabend gegen einen Gegner, der, bei allem Respekt, eher Europa League-Format besitzt, stellt das unter Beweis. Ein so großer Aufschlag ist daher nicht nachvollziehbar!

Wir haben anfangs die Entwicklung des anhaltenden Erfolgs beschrieben. Nur durch diese Entwicklung ist es möglich, dass der Verein überhaupt solche Preise aufrufen kann. Dass man es machen kann, heißt in unseren Augen aber mitnichten, dass man es auch machen muss. Im Gegenteil, wollen wir unsere Borussia eindringlich vor den Gefahren waren, die sie mit den Erhöhungen der Ticketpreise in Kauf nimmt. Natürlich gibt es mittlerweile genug Interessenten, die auch teure Tickets kaufen, wenn alteingesessene Borussen die hohen Preise nicht mehr mitmachen können oder wollen. Jahrzehnte gewachsener Fankultur werden dadurch zerstört, dass nicht mehr diese Strukturen die Zusammensetzung des Stadions bestimmen, sondern nur noch, wer das dickste Portmonnaie hat Tolle Stimmung und Aktionen, für die sich der Verein selber unzählige Male gerühmt hat, werden so auf kurz oder lang nicht mehr möglich sein.
Darüber hinaus verwehrt Borussia Mönchengladbach schlicht und ergreifend bestimmten Schichten seiner Anhängerschaft die Teilhabe an den größten Momenten der jüngeren Vereinsgeschichte. Fans mit wenig Einkommen, Familien und gerade junge Fans stellen die Preise vor ein enormes Hindernis. Für einen Schüler mit Saisonkarte wird beispielsweise für die vier internationalen Spiele in dieser Saison mehr Geld fällig, als seine Dauerkarte für die 17 Bundesligaspiele insgesamt kostet.

Abschließend rufen wir den Verein eindringlich dazu auf, seine Preisgestaltung für Spiele wie vorgestern zu überdenken. Die jahrelang gewachsene Fanszene, die nächsten Generationen und Familien mit zu hohen Preisen zu verprellen, nur weil man die Kuh in der aktuellen Lage heftiger melken kann als sonst, wird sich spätestens dann als großer Fehler herausstellen, wenn der Erfolg wieder ausbleibt. Das Image das familienfreundlichen Vereins, die aktive Fanszene samt ihrer Aktionen und schlicht die riesige Anhängerschaft, die unserer Borussia auch die Treue hält, wenn es mal nicht läuft – das sind die Dinge, die uns ausmachen. Und nicht, dass der nächste Jahresumsatz dank gestiegener Ticketeinnahmen vielleicht noch einmal ein paar Prozent höher ausfällt.

Sottocultura


25. Februar 2016
Fanpolitik

Vom Stimmungsboykott, Trotzreaktionen und einem Derbysieg

„Es war definitiv anders… Wir waren froh, dass einige supportet haben. Es war nicht wie immer, aber die Ansätze waren trotzdem da.“ (Max Eberl im Sportstudio)

Mit diesen Worten bringt es unser Sportdirektor unserer Meinung nach ganz gut auf den Punkt. Die Stimmung war anfangs nicht schlecht, aber es war Derby. Und an so einem Tag ist, wenn wir alle an einem Strang ziehen, noch viel, viel mehr drin. Dieses Mal waren aber eben nicht alle mit dabei. Wir haben geschwiegen.

Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, das könnt ihr glauben. Vor allem die Tatsache, dass wir mit einem Boykott nicht bei allen Teilen der Fanszene auf offene Türen stoßen würden, sorgte im Vorfeld für hitzige Diskussionen. Es war klar, dass die Aktion nur auf freiwilliger Basis passieren kann. Niemandem sollte irgendeine Haltung aufgezwungen werden. Nach einem Treffen mit Vertretern aus großen Teilen der Allesfahrer-Szene und einem entsprechenden Austausch stand für uns dennoch fest: Das Derby ist der einzige Rahmen, in dem wir mit einer solchen Aktion für genügend Gesprächsstoff sorgen können, um eine inhaltliche Diskussion anzustoßen. Ob die Entscheidung für einen Boykott richtig oder falsch war, gut oder schlecht – für uns war es die einzige Chance auf das Dilemma der ungerechten Bestrafung durch den DFB aufmerksam zu machen und zu zeigen: Wir Fans schlucken nicht alles. Man kann mit uns nicht machen, was man will!

Et voilà: Es hat funktioniert. Kaum ein Medium hat die Thematik unkommentiert gelassen. Diese Diskussion muss nun Grundstein für einen Dialog sein, um zukünftig solch drastische und unfaire Maßnahmen, wie das Aussperren ganzer Fanszenen zu verhindern. Hierbei hoffen wir insbesondere auf Unterstützung von Vereinsseite.

Aber rollen wir die ganze Kiste doch noch einmal auf: Die Gründe für unser Schweigen haben wir im Vorfeld versucht deutlich zu machen. Uns ging es nicht um die Solidarisierung mit denjenigen, die in der Vergangenheit über die Stränge geschlagen haben. Wir wollten gegen die Bestrafung tausender Unschuldiger protestieren. Gegen die Verteilung von Strafen nach dem Gießkannenprinzip, wie sie im Hinspiel auch uns getroffen hat. Wir wollen kein Derby ohne Gästefans, wir wollen keine Reduzierungen der Kontingente und wir wollen uns auch nicht, dank der Personalisierung der Tickets, um eine Eintrittskarte für das Derby bewerben müssen. Um diese Werte und Regeln langfristig erhalten zu können, müssen wir zwangsläufig auch schon mal kurzfristig unsere Prinzipien (bedingungsloser Support) hintenanstellen.

Leider ist aus der inhaltlichen Auseinandersetzung bei vielen Fans, vor allem im Netz, schnell eine „Mit oder Ohne Ultras“-Diskussion geworden. Bei einigen Fans hatte man am Samstag sogar den Eindruck, es wurde nur aus Trotz supportet – um “den blöden Ultras” eins auszuwischen. Für uns stellt sich diese Frage der Zugehörigkeit nicht. Es gibt keine besseren und keine schlechteren Fans. In Mönchengladbach gibt es nur die Nordkurve – mit all ihren Facetten: Der Jahrzehnte getragenen Kutte, dem Familienvater im Europapokal-Trikot oder dem fahnenschwingenden Ultrà in Jogginghose. Ob du reich oder arm bist, jung oder alt. Ob du teure Markenklamotten trägst, oder den selbstgestrickten Schal von Oma – Ist doch scheißegal! Wichtig ist, dass du dich zu 100 % mit Borussia identifizierst. Und das tun wir alle!

Wir wünschen den Dreckskölnern genauso wie ihr, die Pest an den Hals. Eine Demo in unserer Stadt ist (und jetzt im Nachgang sehen wir uns mehr als bestätigt) reine Provokation. Und aus dem Grund haben wir bis Samstag alles daran gesetzt, die Demo in Rheydt zu verhindern. Ein kleiner Teil-Erfolg ist mit der Verhinderung der Demonstration durch Eicken mit einer Kundgebung am alten Bökelberg glücklicherweise gelungen. Trotzdem könnten wir heute noch kotzen, wenn die Bilder vom Wochenende sehen, wie dieses Pack durch unsere Stadt gezogen ist und unseren Namen verschmäht hat.

Für die Zukunft wünschen wir uns: Macht uns Ultras nicht wichtiger, als wir sind und nehmt das Zepter auch mal wieder selbst in die Hand! Wir sind nicht der Nabel der Welt. Vergeudet die 90 Minuten nicht mit Meckerei über “die Anderen” und engagiert euch nicht nur aus Trotz! Schreit beim nächsten Spiel noch lauter als im Derby – und zwar aus voller Überzeugung! Lasst uns die Energie ins Positive wandeln und einen Schritt aufeinander zu machen! Ganz egal ob jetzt gerade BK sein „Heja VFL“ anstimmt, Attila auf die Trommel haut, oder René, Yannek und Satan über die Mikros die Kurve auffordern sich einzuhaken.

Auch wir wollen und können aus dem Derby einiges mitnehmen. Es gibt keine richtige und keine falsche Definition von Support. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten und geschlossen auftreten. Hierzu sind wir auch in Zukunft weiterhin sehr an einem Dialog innerhalb der Fanszene interessiert. Kommt doch einfach mal an unserem Stand vorbei und sucht das Gespräch. Hier könnt ihr eure Kritik gern loswerden. Natürlich sind wir auch für weitere Vorschläge zum Austausch genauso offen. Wir dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen. Auch wenn das zurzeit einige versuchen…

Wir alle sollten die Chance nutzen. Gemeinsam sind wir stark, Leute!


16. Februar 2016
Ankündigungen

Ein Derby, das kein Derby ist.

Am kommenden Samstag findet in Mönchengladbach das Derby gegen den 1. FC Köln statt. Wie auch schon im Hinspiel sehen sich die Gästefans mit einer deutlichen Reduzierung des Kartenkontingents und einer Personalisierung aller Tickets konfrontiert. Wir setzen daher unseren Protest aus dem Hinspiel fort. Das bedeutet: Es wird von unserer Seite aus keinen Support geben. Auf eine Derby-Choreografie verzichten wir ebenso, wie auf die gewohnte Organisation rund um Stimmung, Vorsänger, Trommeln und (Zaun-) Fahnen.

Das Derby ist für uns, ohne jeden Zweifel, das wichtigste Spiel des Jahres. Neben dem Kampf auf dem Rasen gehört für uns zu einem Derby auch untrennbar das Duell mit der Kölner Fanszene auf den Rängen. Nicht umsonst wird die Rivalität beider Lager in vielen Liedern der Nordkurve besungen. Jedem Borussen schießen beim Gedanken an den ungeliebten Rivalen vom Rhein sicher sofort zahlreiche Geschichten und Anekdoten durch den Kopf, die allesamt belegen, wie tief die Abneigung in uns verwurzelt ist. Ein Derby ohne Gegenüber ist für uns schlicht und ergreifend kein richtiges Derby!

Genau das passiert jedoch nun am kommenden Samstag: Aufgrund der Reduzierung des Gäste-Kontingents von 5.400 auf 2.700 Karten und der Personalisierung aller Tickets bleibt die aktive Kölner Fanszene dem Spiel fern. In unseren Augen sind diese Maßnahmen, genauso wie im Hinspiel, ungerechtfertigte Kollektivstrafen nach dem Gießkannenprinzip. Die sinnlose Aktion einiger Trottel beim Derby im Februar 2015 rechtfertigen keine Bestrafung von tausenden Menschen und einen Generalverdacht gegen eine ganze Fanszene – auch wenn es dieses Mal die unseres Erzfeindes ist.

Ein Derby unter diesen Bedingungen darf niemals zum Normalzustand werden!

Das Ausbleiben jeglichen Supports soll daher, wie bereits im Hinspiel, ein starkes Zeichen an die Verantwortlichen schicken:

Fußball ohne Fans ist nichts wert. Ihr zerstört mit euren Kollektivstrafen die Fankultur!

Damit dieses Zeichen erneut möglichst stark wird rufen wir alle Borussia-Fans dazu auf sich dem Protest anzuschließen.

Wir möchten abschließend betonen, dass sich der Protest, wie auch schon in der Hinrunde, in keinster Weise gegen unsere Mannschaft richtet. Wir werden das Team über die fehlende Unterstützung und die Beweggründe dafür aufklären und sind, wenn auch dieses mal nicht gewohnt lautstark, natürlich an ihrer Seite.

Sottocultura


8. Oktober 2015
Fanpolitik

Derby-Rückblick

Länderspielpause – das heißt auch: Endlich mal Zeit durchzuatmen! Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Champions-League-Auftakt in Spanien, Derby-Niederlage, Favre-Rücktritt, Schubert-Inthronisierung, englische Woche, sportliche Wiederauferstehung, Königsklassen-Heim-Premiere samt Choreo-Vor- und Nachbereitungen. Nach dem erfolgreichen Wolfsburg-Spiel ist nun ein bisschen Ruhe eingekehrt – und für uns endlich die Chance gekommen, in aller Ausführlichkeit noch einmal auf unseren Derby-Boykott zurückzublicken. Besser spät als nie!

Auch knapp drei Wochen später schauen wir absolut positiv und zufrieden auf den 19. September zurück. Knapp 1700 Borussen setzen an diesem Samstag mit ihrem vorbildlichen Protestzug das viel zitierte “Zeichen für den Erhalt der Fankultur”. Hervorheben wollen wir an dieser Stelle, den absolut reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Schon am späten Samstagmorgen versammelten sich die ersten Anhänger am Fanhaus und stimmten sich gemeinsam auf das Spiel ein. Der anschließende Protestmarsch in die Altstadt bleibt uns bis heute als perfektes Beispiel für den Zusammenhalt einer ganzen Szene in Erinnerung.

Kutten, Ultras und Normalos zogen gemeinsam an einem Strang und protestierten friedlich gegen die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen rund um das Derby. Der Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die unsere Szene an diesem Tag gezeigt hat, macht uns bis heute stolz. Das ist Fankultur! Deswegen, aber auch weil diverse Medien über unsere Aktion berichtet haben und sogar die Polizei ein positives Fazit ziehen konnte, konstatieren wir im Rückblick ganz klar: Wir haben den von uns geplanten “kreativen Protest” eindrucksvoll umgesetzt. Das “Heimspiel gegen Köln” war ein voller Erfolg!

Bis heute sind die vollkommen unfaire Kürzung des Ticketkontingentes, sowie die Personalisierung der Eintrittskarten, für uns nicht nachvollziehbar. Wir fragen uns, ob diese überzogenen Maßnahmen – angewiesen von ahnungslosen und überforderten Funktionären und Sicherheitsbehörden – wirklich die Zukunft des deutschen Fußballs sein sollen? Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf den fast komplett leeren Gästeblock in Köln und die Tatsache, dass am Spieltag im Müngersdorfer Stadion – auch dank der Solidarität der Heimkurve – zu keiner Zeit Derby-Atmosphäre aufkam. Dass wir diese Meinung nicht exklusiv haben, zeigen Äußerungen von Spielern und Funktionären beider Teams im Nachgang des Spiels. Gemeinsamer Nenner: Das war keine Derby-Atmosphäre!

Unser in Köln gezeigtes Spruchband gilt daher bis heute – und vermutlich auch darüber hinaus. Wir fragen Politiker, Funktionäre, Vereins- und Verbandsvertreter: Wollt ihr das?

Die Fanszene von Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen wie wichtig Fans für den Fußball sind. Welches Medium hat nicht die “grandiose Unterstützung” in der schweren sportlichen Phase bejubelt? Welches Medium hat nicht die “überragende Choreografie” aus dem Manchester-Spiel abgefeiert? Welches Medium hat nicht erwähnt, dass in Gladbach Mannschaft und Fans wie eine Wand zusammenstehen? Ohne uns Fans wäre das alles nicht möglich. Der Fußball braucht seine Basis. Ohne die Fans ist das Hochglanzprodukt Bundesliga-Fußball nur halb so viel wert!

Der Fußball wird immer mehr zum gesellschaftlichen Instrument. Funktionäre tragen auf dem Rücken der Anhänger ihre machtpolitischen Spielchen aus. Wir sollten uns das nicht länger gefallen lassen und jede Kröte schlucken!

Auch die Vereine sollten in diesem Zusammenhang aktiv werden und ihre reisefreudigen und aktiven Szenen, mit denen sie sich oft genug schmücken, gebührend unterstützen. Wir zählen daher weiterhin auf den Dialog mit unserer Vereinsführung und hoffen, dass wir auch in Zukunft irren Vorschlägen aus der Politik entschieden und gemeinsam entgegentreten werden.

Außerdem fordern wir den DFB, die DFL, die Vereine, Politiker und Sicherheitsbehörden dazu auf, mit den Fans gemeinsam Lösungen zu suchen. Entscheidet nicht am grünen Tisch über uns! Redet mit uns! Es gibt sicherlich einige Verstöße von Fans, die geahndet werden müssen. Die Entscheidung über etwaige Maßnahmen gehört jedoch in die Hände von Experten, also vereinseigenen Fanbeauftragten, Sozialarbeitern und Fan-Vertretern – und nicht in die Hände einiger Theoretiker, die dem Fußball und seiner gewachsenen Fankultur letztlich nur schaden.

Ein weiteres warnendes Beispiel nach unserem Derby ist nun der Boykott der Schalker Ultraszene des Ruhrpott-Schlagers gegen den BVB. Auch hier werden Tausende aktive Fans wegen überzogener (Anreise-) Maßnahmen dem Spiel fernbleiben. Auch hier werden einem bedeutsamen Spiel, auf das ganz Deutschland schaut, die Emotionen im Stadion genommen. Auch hier wird keine Derby-Atmosphäre aufkommen. Auch hier werden sich Spieler und Trainer nach dem Spiel enttäuscht zeigen. Auch hier entfernt sich der Fußball von seiner Basis.

Und auch hier fragen wir die Vertreter der Liga, des Verbandes und der Vereine – auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Wollt ihr das?

Der Fußball braucht die Fans! Dialog suchen, Fankultur erhalten! Für die Freiheit. Für den Fußball!


17. September 2015
Fanpolitik

Stimmen aus der Kurve