19. September 2016
Auswärts

Alle nach Leipzig! Scheiß RB!

Wir aktiven Fans stehen der Entwicklung des Fußballs, die seit Jahren immer mehr in Richtung neuer Rekordgewinne und zu Lasten traditioneller Werte und Ideale geht, bekanntermaßen kritisch gegenüber. In unserer Kritik sind wir dabei weder naiv, noch schauen wir nur auf andere Standorte. Als Anhänger eines Bundesligavereins ist es heute unvermeidlich, gewisse Widersprüche zwischen dem Anspruch an einen traditionellen und fannahen Fußball einerseits und der Realität rund um Aktiengesellschaften, ausgegliederte Profiabteilungen und strategische Partner andererseits auszuhalten.

Das von Red Bull erschaffene Kunstprodukt aus Leipzig stellt allerdings eine neue Dimension der Abscheulichkeit dar. Die bisherige Logik der Vereinsunterstützung wird durch dieses Konstrukt umgekehrt, da hier ein Verein einzig und allein zu dem Zweck gegründet wurde, Werbeträger für ein Unternehmen zu sein. Damit geht es noch über solche, ebenfalls abzulehnende, Modelle wie in Hoffenheim oder Wolfsburg hinaus. Und natürlich ist es weiter denn je entfernt von traditionellen Vereinsformen, die sich ihre Zuwendungen dadurch verdienen, dass sie aus eigener Kraft sportlichen Erfolg und Attraktivität erlangen.

Nicht nur die Gründung und dessen Zweck sprechen eine klare Sprache, sondern auch die Organisation und Struktur des Ganzen. Mitbestimmung, Teilhabe und eine lebendige Fankultur sind in diesem Konstrukt nicht gewollt, sondern ausschließlich der Konsum des Produkts.

Die bundesweite Kritik an Red Bull teilen wir daher voll und ganz, davon kann kein Gladbacher abweichen. Unterschiedliche Meinungen zum Umgang mit Red Bull gab es aber natürlich. Wichtig war uns vor allem, dass wir uns ab dem ersten Spiel auf eine Lösung festlegen, die wir auch in den kommenden Jahren konsequent durchziehen werden, da uns ein Hin&Her in dieser Sache nicht angemessen erscheint. Letztendlich sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass ein Boykott des Spiels in Leipzig der falsche Weg ist.

Im Gegenteil, wollen wir am kommenden Mittwoch für die Werte einstehen, die uns gerade von solchen Produkten unterscheiden. Unser Team nicht im Stich zu lassen und gleichzeitig den Protest ins Stadion tragen, der sonst nicht stattfinden würde – das ist unsere Marschroute gegen Red Bull!

Für den Traditionsverein Borussia Mönchengladbach – Gegen Red Bull Leipzig!

Für einen Fußball voller Ideale und Werte – Gegen eine zur Werbeveranstaltung verkommene Sportveranstaltung!

Um trotzdem auf die gefährliche Entwicklung aufmerksam zu machen, die der Fußball mit – immer mehr – Produkten wie in Leipzig nimmt, werden wir bis zur Spielminute 19:00 schweigen. Die Verantwortlichen in den Verbänden sollen sehen, wie ihr Fußballereignis aussehen wird, wenn sie noch mehr solcher Auswüchse gestatten, in unseren Fußball einzudringen.

Ab 19:00 heißt es dann: Vollgas, Borussia supporten und den Protest gegen Red Bull hinausschreien! Um Geschlossenheit in dieser Hinsicht zu demonstrieren wird es am Mittwoch vor dem Gästeblock und am FPMG-InfoMobil Mottoschals für 5 Euro geben. Dem Motto wird auch in größerer Form im Stadion ab der 19. Minute entsprochen.

Also: Den eigenen Schal zuhause lassen und vor dem Stadion mit dem Mottoschal eindecken. Bis 19:00 schweigen und anschließend mit aller Entschlossenheit loslegen.

Scheiß Red Bull Leipzig!
Für unseren Traditionsverein seit 1900!

FPMG Supporters Club und Sottocultura


26. August 2016
Fanpolitik

Stellungnahme zur Eintrittspreispolitik

“Auf Rekordumsatz folgen Rekordpreise – 48 € für das Ticket? Größenwahn, Boru$$ia?”

Mit diesen Worten haben wir beim vorgestrigen Spiel gegen Young Boys Bern auf die erhöhten Ticketpreise für das Quali-Spiel aufmerksam gemacht. Im Folgenden möchten wir unsere Kritik ausführlicher darlegen.

In den vergangenen fünf Jahren ist unser Verein in ungeahnter Art und Weise auferstanden und hat sich vom Fast-Absteiger in der Relegation gegen Bochum zum viermaligen Europapokal-Teilnehmer gemausert. Das Anknüpfen an alte und glorreiche Zeiten freut die gesamte aktive Fanszene und uns, die wir in den Jahren zuvor so viele sportliche Tiefpunkte erleben mussten, sicher mit am meisten. Neben wunderschönen Erlebnissen in dieser Zeit, für die wir ewig dankbar sein werden, müssen wir leider auch zunehmend Entwicklungen zur Kenntnis nehmen, die mit anhaltendem Erfolg Einzug halten und die wir nicht gutheißen können. Eine dieser Entwicklungen ist die Eintrittspreispolitik des Vereins.

Wir sind nicht naiv. Europäische Spiele, mehr noch in der Champions League, heben sich vom Bundesligaalltag ab und sind naturgemäß mit einem Aufschlag verbunden. Natürlich zahlen Dauerkarten Plus-Besitzer im Nordkurve Unterrang den Aufpreis für ihr Ticket, da sie, anders als bei nationalen Spielen mit Stehplätzen, einen Sitzplatz in Anspruch nehmen. Und natürlich ist es Usus, dass bei besonderen Gegnern oder in der Champions League-Gruppenphase eine Erhöhung stattfindet – das ist immerhin bei nationalen Spielen gegen die attraktivsten Gegner auch so.

Problematisch aber ist die Entwicklung, die die Preise bei Borussia in dieser Saison nehmen. Neben der Erhöhung der Dauerkartenpreise, die in den meisten Kategorien ca. 10% betragen hat, ist es vorallem das Qualispiel gegen Bern, welches uns sauer aufstößt. Hierfür wurden satte 48€ fällig, wenn man nicht im Genuss einer Dauerkarte Plus für den Unterrang der Nordkurve ist. Saisonkarteninhaber, die ihr Vorkaufsrecht für die Tageskarte in Anspruch nehmen und einfache Tageskartenkäufer hatten also keine Chance an ein Ticket unterhalb dieses Preises zu kommen. Wohl gemerkt hat der Kartenverkauf stattgefunden, lange bevor feststand, in welchem Lostopf Borussia sein würde und welcher Gegner uns erwarten könnte. Neben ein paar möglichen attraktiven Gegnern lauerten also vorallem auch große Fragezeichen oder Nicht-Publikumsmagnete wie FK Rostow auf uns. Dafür einfach mal pauschal 48 Euro zu verlangen ist in unseren Augen wenigstens happig.

Dass Borussia das auch einmal so gesehen hat beweist das letzte Champions League Quali-Spiel gegen Dynamo Kiew vor ein paar Jahren. Hier sind noch gut zehn Euro weniger für die gleiche Kategorie von Spiel fällig geworden. Warum der Verein sich bei der Preisgestaltung also nicht an diesem gleichen Fall, sondern an den letztjährigen Gruppenspielen (dazu gegen Fußballgrößen wie Juventus Turin und Manchester City) orientiert hat, bleibt fraglich. Ebenso ist der Unterschied zur Europa League-Gruppenphase und den damit zuletzt verbundenen Eintrittspreisen immens: 20 Euro weniger wurden für die Spiele aufgerufen. Für den Verein mag der Unterschied zwischen CL(-Quali) und EL, gerade in finanzieller Hinsicht, immens sein. Für uns Fans wiederum gilt das nicht. Das Spiel am Mittwochabend gegen einen Gegner, der, bei allem Respekt, eher Europa League-Format besitzt, stellt das unter Beweis. Ein so großer Aufschlag ist daher nicht nachvollziehbar!

Wir haben anfangs die Entwicklung des anhaltenden Erfolgs beschrieben. Nur durch diese Entwicklung ist es möglich, dass der Verein überhaupt solche Preise aufrufen kann. Dass man es machen kann, heißt in unseren Augen aber mitnichten, dass man es auch machen muss. Im Gegenteil, wollen wir unsere Borussia eindringlich vor den Gefahren waren, die sie mit den Erhöhungen der Ticketpreise in Kauf nimmt. Natürlich gibt es mittlerweile genug Interessenten, die auch teure Tickets kaufen, wenn alteingesessene Borussen die hohen Preise nicht mehr mitmachen können oder wollen. Jahrzehnte gewachsener Fankultur werden dadurch zerstört, dass nicht mehr diese Strukturen die Zusammensetzung des Stadions bestimmen, sondern nur noch, wer das dickste Portmonnaie hat Tolle Stimmung und Aktionen, für die sich der Verein selber unzählige Male gerühmt hat, werden so auf kurz oder lang nicht mehr möglich sein.
Darüber hinaus verwehrt Borussia Mönchengladbach schlicht und ergreifend bestimmten Schichten seiner Anhängerschaft die Teilhabe an den größten Momenten der jüngeren Vereinsgeschichte. Fans mit wenig Einkommen, Familien und gerade junge Fans stellen die Preise vor ein enormes Hindernis. Für einen Schüler mit Saisonkarte wird beispielsweise für die vier internationalen Spiele in dieser Saison mehr Geld fällig, als seine Dauerkarte für die 17 Bundesligaspiele insgesamt kostet.

Abschließend rufen wir den Verein eindringlich dazu auf, seine Preisgestaltung für Spiele wie vorgestern zu überdenken. Die jahrelang gewachsene Fanszene, die nächsten Generationen und Familien mit zu hohen Preisen zu verprellen, nur weil man die Kuh in der aktuellen Lage heftiger melken kann als sonst, wird sich spätestens dann als großer Fehler herausstellen, wenn der Erfolg wieder ausbleibt. Das Image das familienfreundlichen Vereins, die aktive Fanszene samt ihrer Aktionen und schlicht die riesige Anhängerschaft, die unserer Borussia auch die Treue hält, wenn es mal nicht läuft – das sind die Dinge, die uns ausmachen. Und nicht, dass der nächste Jahresumsatz dank gestiegener Ticketeinnahmen vielleicht noch einmal ein paar Prozent höher ausfällt.

Sottocultura


25. Februar 2016
Fanpolitik

Vom Stimmungsboykott, Trotzreaktionen und einem Derbysieg

„Es war definitiv anders… Wir waren froh, dass einige supportet haben. Es war nicht wie immer, aber die Ansätze waren trotzdem da.“ (Max Eberl im Sportstudio)

Mit diesen Worten bringt es unser Sportdirektor unserer Meinung nach ganz gut auf den Punkt. Die Stimmung war anfangs nicht schlecht, aber es war Derby. Und an so einem Tag ist, wenn wir alle an einem Strang ziehen, noch viel, viel mehr drin. Dieses Mal waren aber eben nicht alle mit dabei. Wir haben geschwiegen.

Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, das könnt ihr glauben. Vor allem die Tatsache, dass wir mit einem Boykott nicht bei allen Teilen der Fanszene auf offene Türen stoßen würden, sorgte im Vorfeld für hitzige Diskussionen. Es war klar, dass die Aktion nur auf freiwilliger Basis passieren kann. Niemandem sollte irgendeine Haltung aufgezwungen werden. Nach einem Treffen mit Vertretern aus großen Teilen der Allesfahrer-Szene und einem entsprechenden Austausch stand für uns dennoch fest: Das Derby ist der einzige Rahmen, in dem wir mit einer solchen Aktion für genügend Gesprächsstoff sorgen können, um eine inhaltliche Diskussion anzustoßen. Ob die Entscheidung für einen Boykott richtig oder falsch war, gut oder schlecht – für uns war es die einzige Chance auf das Dilemma der ungerechten Bestrafung durch den DFB aufmerksam zu machen und zu zeigen: Wir Fans schlucken nicht alles. Man kann mit uns nicht machen, was man will!

Et voilà: Es hat funktioniert. Kaum ein Medium hat die Thematik unkommentiert gelassen. Diese Diskussion muss nun Grundstein für einen Dialog sein, um zukünftig solch drastische und unfaire Maßnahmen, wie das Aussperren ganzer Fanszenen zu verhindern. Hierbei hoffen wir insbesondere auf Unterstützung von Vereinsseite.

Aber rollen wir die ganze Kiste doch noch einmal auf: Die Gründe für unser Schweigen haben wir im Vorfeld versucht deutlich zu machen. Uns ging es nicht um die Solidarisierung mit denjenigen, die in der Vergangenheit über die Stränge geschlagen haben. Wir wollten gegen die Bestrafung tausender Unschuldiger protestieren. Gegen die Verteilung von Strafen nach dem Gießkannenprinzip, wie sie im Hinspiel auch uns getroffen hat. Wir wollen kein Derby ohne Gästefans, wir wollen keine Reduzierungen der Kontingente und wir wollen uns auch nicht, dank der Personalisierung der Tickets, um eine Eintrittskarte für das Derby bewerben müssen. Um diese Werte und Regeln langfristig erhalten zu können, müssen wir zwangsläufig auch schon mal kurzfristig unsere Prinzipien (bedingungsloser Support) hintenanstellen.

Leider ist aus der inhaltlichen Auseinandersetzung bei vielen Fans, vor allem im Netz, schnell eine „Mit oder Ohne Ultras“-Diskussion geworden. Bei einigen Fans hatte man am Samstag sogar den Eindruck, es wurde nur aus Trotz supportet – um “den blöden Ultras” eins auszuwischen. Für uns stellt sich diese Frage der Zugehörigkeit nicht. Es gibt keine besseren und keine schlechteren Fans. In Mönchengladbach gibt es nur die Nordkurve – mit all ihren Facetten: Der Jahrzehnte getragenen Kutte, dem Familienvater im Europapokal-Trikot oder dem fahnenschwingenden Ultrà in Jogginghose. Ob du reich oder arm bist, jung oder alt. Ob du teure Markenklamotten trägst, oder den selbstgestrickten Schal von Oma – Ist doch scheißegal! Wichtig ist, dass du dich zu 100 % mit Borussia identifizierst. Und das tun wir alle!

Wir wünschen den Dreckskölnern genauso wie ihr, die Pest an den Hals. Eine Demo in unserer Stadt ist (und jetzt im Nachgang sehen wir uns mehr als bestätigt) reine Provokation. Und aus dem Grund haben wir bis Samstag alles daran gesetzt, die Demo in Rheydt zu verhindern. Ein kleiner Teil-Erfolg ist mit der Verhinderung der Demonstration durch Eicken mit einer Kundgebung am alten Bökelberg glücklicherweise gelungen. Trotzdem könnten wir heute noch kotzen, wenn die Bilder vom Wochenende sehen, wie dieses Pack durch unsere Stadt gezogen ist und unseren Namen verschmäht hat.

Für die Zukunft wünschen wir uns: Macht uns Ultras nicht wichtiger, als wir sind und nehmt das Zepter auch mal wieder selbst in die Hand! Wir sind nicht der Nabel der Welt. Vergeudet die 90 Minuten nicht mit Meckerei über “die Anderen” und engagiert euch nicht nur aus Trotz! Schreit beim nächsten Spiel noch lauter als im Derby – und zwar aus voller Überzeugung! Lasst uns die Energie ins Positive wandeln und einen Schritt aufeinander zu machen! Ganz egal ob jetzt gerade BK sein „Heja VFL“ anstimmt, Attila auf die Trommel haut, oder René, Yannek und Satan über die Mikros die Kurve auffordern sich einzuhaken.

Auch wir wollen und können aus dem Derby einiges mitnehmen. Es gibt keine richtige und keine falsche Definition von Support. Wichtig ist, dass wir zusammenhalten und geschlossen auftreten. Hierzu sind wir auch in Zukunft weiterhin sehr an einem Dialog innerhalb der Fanszene interessiert. Kommt doch einfach mal an unserem Stand vorbei und sucht das Gespräch. Hier könnt ihr eure Kritik gern loswerden. Natürlich sind wir auch für weitere Vorschläge zum Austausch genauso offen. Wir dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen. Auch wenn das zurzeit einige versuchen…

Wir alle sollten die Chance nutzen. Gemeinsam sind wir stark, Leute!


16. Februar 2016
Ankündigungen

Ein Derby, das kein Derby ist.

Am kommenden Samstag findet in Mönchengladbach das Derby gegen den 1. FC Köln statt. Wie auch schon im Hinspiel sehen sich die Gästefans mit einer deutlichen Reduzierung des Kartenkontingents und einer Personalisierung aller Tickets konfrontiert. Wir setzen daher unseren Protest aus dem Hinspiel fort. Das bedeutet: Es wird von unserer Seite aus keinen Support geben. Auf eine Derby-Choreografie verzichten wir ebenso, wie auf die gewohnte Organisation rund um Stimmung, Vorsänger, Trommeln und (Zaun-) Fahnen.

Das Derby ist für uns, ohne jeden Zweifel, das wichtigste Spiel des Jahres. Neben dem Kampf auf dem Rasen gehört für uns zu einem Derby auch untrennbar das Duell mit der Kölner Fanszene auf den Rängen. Nicht umsonst wird die Rivalität beider Lager in vielen Liedern der Nordkurve besungen. Jedem Borussen schießen beim Gedanken an den ungeliebten Rivalen vom Rhein sicher sofort zahlreiche Geschichten und Anekdoten durch den Kopf, die allesamt belegen, wie tief die Abneigung in uns verwurzelt ist. Ein Derby ohne Gegenüber ist für uns schlicht und ergreifend kein richtiges Derby!

Genau das passiert jedoch nun am kommenden Samstag: Aufgrund der Reduzierung des Gäste-Kontingents von 5.400 auf 2.700 Karten und der Personalisierung aller Tickets bleibt die aktive Kölner Fanszene dem Spiel fern. In unseren Augen sind diese Maßnahmen, genauso wie im Hinspiel, ungerechtfertigte Kollektivstrafen nach dem Gießkannenprinzip. Die sinnlose Aktion einiger Trottel beim Derby im Februar 2015 rechtfertigen keine Bestrafung von tausenden Menschen und einen Generalverdacht gegen eine ganze Fanszene – auch wenn es dieses Mal die unseres Erzfeindes ist.

Ein Derby unter diesen Bedingungen darf niemals zum Normalzustand werden!

Das Ausbleiben jeglichen Supports soll daher, wie bereits im Hinspiel, ein starkes Zeichen an die Verantwortlichen schicken:

Fußball ohne Fans ist nichts wert. Ihr zerstört mit euren Kollektivstrafen die Fankultur!

Damit dieses Zeichen erneut möglichst stark wird rufen wir alle Borussia-Fans dazu auf sich dem Protest anzuschließen.

Wir möchten abschließend betonen, dass sich der Protest, wie auch schon in der Hinrunde, in keinster Weise gegen unsere Mannschaft richtet. Wir werden das Team über die fehlende Unterstützung und die Beweggründe dafür aufklären und sind, wenn auch dieses mal nicht gewohnt lautstark, natürlich an ihrer Seite.

Sottocultura


8. Oktober 2015
Fanpolitik

Derby-Rückblick

Länderspielpause – das heißt auch: Endlich mal Zeit durchzuatmen! Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Champions-League-Auftakt in Spanien, Derby-Niederlage, Favre-Rücktritt, Schubert-Inthronisierung, englische Woche, sportliche Wiederauferstehung, Königsklassen-Heim-Premiere samt Choreo-Vor- und Nachbereitungen. Nach dem erfolgreichen Wolfsburg-Spiel ist nun ein bisschen Ruhe eingekehrt – und für uns endlich die Chance gekommen, in aller Ausführlichkeit noch einmal auf unseren Derby-Boykott zurückzublicken. Besser spät als nie!

Auch knapp drei Wochen später schauen wir absolut positiv und zufrieden auf den 19. September zurück. Knapp 1700 Borussen setzen an diesem Samstag mit ihrem vorbildlichen Protestzug das viel zitierte “Zeichen für den Erhalt der Fankultur”. Hervorheben wollen wir an dieser Stelle, den absolut reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Schon am späten Samstagmorgen versammelten sich die ersten Anhänger am Fanhaus und stimmten sich gemeinsam auf das Spiel ein. Der anschließende Protestmarsch in die Altstadt bleibt uns bis heute als perfektes Beispiel für den Zusammenhalt einer ganzen Szene in Erinnerung.

Kutten, Ultras und Normalos zogen gemeinsam an einem Strang und protestierten friedlich gegen die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen rund um das Derby. Der Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die unsere Szene an diesem Tag gezeigt hat, macht uns bis heute stolz. Das ist Fankultur! Deswegen, aber auch weil diverse Medien über unsere Aktion berichtet haben und sogar die Polizei ein positives Fazit ziehen konnte, konstatieren wir im Rückblick ganz klar: Wir haben den von uns geplanten “kreativen Protest” eindrucksvoll umgesetzt. Das “Heimspiel gegen Köln” war ein voller Erfolg!

Bis heute sind die vollkommen unfaire Kürzung des Ticketkontingentes, sowie die Personalisierung der Eintrittskarten, für uns nicht nachvollziehbar. Wir fragen uns, ob diese überzogenen Maßnahmen – angewiesen von ahnungslosen und überforderten Funktionären und Sicherheitsbehörden – wirklich die Zukunft des deutschen Fußballs sein sollen? Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf den fast komplett leeren Gästeblock in Köln und die Tatsache, dass am Spieltag im Müngersdorfer Stadion – auch dank der Solidarität der Heimkurve – zu keiner Zeit Derby-Atmosphäre aufkam. Dass wir diese Meinung nicht exklusiv haben, zeigen Äußerungen von Spielern und Funktionären beider Teams im Nachgang des Spiels. Gemeinsamer Nenner: Das war keine Derby-Atmosphäre!

Unser in Köln gezeigtes Spruchband gilt daher bis heute – und vermutlich auch darüber hinaus. Wir fragen Politiker, Funktionäre, Vereins- und Verbandsvertreter: Wollt ihr das?

Die Fanszene von Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen wie wichtig Fans für den Fußball sind. Welches Medium hat nicht die “grandiose Unterstützung” in der schweren sportlichen Phase bejubelt? Welches Medium hat nicht die “überragende Choreografie” aus dem Manchester-Spiel abgefeiert? Welches Medium hat nicht erwähnt, dass in Gladbach Mannschaft und Fans wie eine Wand zusammenstehen? Ohne uns Fans wäre das alles nicht möglich. Der Fußball braucht seine Basis. Ohne die Fans ist das Hochglanzprodukt Bundesliga-Fußball nur halb so viel wert!

Der Fußball wird immer mehr zum gesellschaftlichen Instrument. Funktionäre tragen auf dem Rücken der Anhänger ihre machtpolitischen Spielchen aus. Wir sollten uns das nicht länger gefallen lassen und jede Kröte schlucken!

Auch die Vereine sollten in diesem Zusammenhang aktiv werden und ihre reisefreudigen und aktiven Szenen, mit denen sie sich oft genug schmücken, gebührend unterstützen. Wir zählen daher weiterhin auf den Dialog mit unserer Vereinsführung und hoffen, dass wir auch in Zukunft irren Vorschlägen aus der Politik entschieden und gemeinsam entgegentreten werden.

Außerdem fordern wir den DFB, die DFL, die Vereine, Politiker und Sicherheitsbehörden dazu auf, mit den Fans gemeinsam Lösungen zu suchen. Entscheidet nicht am grünen Tisch über uns! Redet mit uns! Es gibt sicherlich einige Verstöße von Fans, die geahndet werden müssen. Die Entscheidung über etwaige Maßnahmen gehört jedoch in die Hände von Experten, also vereinseigenen Fanbeauftragten, Sozialarbeitern und Fan-Vertretern – und nicht in die Hände einiger Theoretiker, die dem Fußball und seiner gewachsenen Fankultur letztlich nur schaden.

Ein weiteres warnendes Beispiel nach unserem Derby ist nun der Boykott der Schalker Ultraszene des Ruhrpott-Schlagers gegen den BVB. Auch hier werden Tausende aktive Fans wegen überzogener (Anreise-) Maßnahmen dem Spiel fernbleiben. Auch hier werden einem bedeutsamen Spiel, auf das ganz Deutschland schaut, die Emotionen im Stadion genommen. Auch hier wird keine Derby-Atmosphäre aufkommen. Auch hier werden sich Spieler und Trainer nach dem Spiel enttäuscht zeigen. Auch hier entfernt sich der Fußball von seiner Basis.

Und auch hier fragen wir die Vertreter der Liga, des Verbandes und der Vereine – auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Wollt ihr das?

Der Fußball braucht die Fans! Dialog suchen, Fankultur erhalten! Für die Freiheit. Für den Fußball!


17. September 2015
Fanpolitik

Stimmen aus der Kurve


27. August 2015
Ankündigungen

Gesprächstermin mit Borussia

Gestern Nachmittag hat es im Borussia-Park ein Gespräch zwischen Vertretern des Vereins und Vertretern der Boykott-Gruppe gegeben. In dem aus unserer Sicht ausgesprochen konstruktiven Gespräch hat der Verein (vertreten durch Stephan Schippers) noch einmal betont, dass er den Boykott nach wie vor für den falschen Weg hält.

Allerdings wurde uns auch versichert, dass man das Votum aus großen Teilen der aktiven Szene (mittlerweile über 250 Fanclubs, inklusive des FPMG Supporters Clubs) ernst nimmt. Der Verein wird den Boykott nicht torpedieren! Das heißt: Solange kein Fan gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Kartenverkauf verstößt, wird der Verein nicht mit Sanktionen reagieren.

Im Hinblick auf die geplante Alternativ-Veranstaltung sind wir mit dem Verein im kooperativen Dialog. Diesen werden wir nach der Champions-League-Auslosung sowie dem Auswärtsspiel in Bremen intensivieren. Fakt ist: Wir haben dem Verein ein Konzept vorgelegt, auf dessen Basis wir nun gemeinsam diskutieren. Sobald es spruchreife Informationen gibt, werdet ihr es an  dieser Stelle und auf den bekannten Plattformen erfahren.

Zum Abschluss eine Sache, die sowohl uns als auch dem Verein extrem wichtig ist: Es ist ein starkes Zeichen, dass der Klub und die Boykott-Gruppe – in dieser sicher für beide Parteien nicht einfachen Situation – respektvoll und offen miteinander sprechen. Verein und aktive Fanszene sind nicht zerstritten – und lassen von außen auch keinen Keil zwischen sich treiben!


31. März 2015
Auswärts

Betretungsverbote beim Pokalspiel Bielefeld – Mönchengladbach

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach liegt inzwischen beinahe sechs Jahre zurück. Auf das damalige Unentschieden im Borussia-Park folgten für beide Fanszenen aufregende Jahre, wenn auch in teilweise verschiedene Richtungen. Während die Bielefelder einige Wochen nach besagtem Spiel als Tabellenletzter den Gang in die zweite Liga antreten mussten, rettete sich Gladbach denkbar knapp als 15ter. In den folgenden Jahren stieg die Arminia in die dritte Liga ab, schaffte den Wiederaufstieg und stieg in einem unglaublichen Relegationsspiel wieder ab. Borussia Mönchengladbach schaffte es dagegen, nachdem man in der Relegation 2011 den Abstieg verhindern konnte, sich unter Lucien Favre als Anwärter auf einen Europapokalplatz zu etablieren und spielte in dieser Saison bereits die zweite europäische Spielrunde.

Genau wie die beiden Vereine, deren Wege seit sechs Jahren getrennt sind, gab es auch zwischen den Fanszenen keinerlei Berührungspunkte. Auch vorher galt das Spiel auf beiden Seiten lediglich sportlich als ein Höhepunkt der Saison ohne besondere, weitere Brisanz. Beide Lager verbindet keine Freundschaft, aber eben auch keine irgendwie geartete Rivalität. Es sind einfach zwei normal zueinander stehende Fanszenen.

Aus diesem Grund müssen wir überrascht feststellen, dass für das Viertelfinale des DFB-Pokals in Bielefeld dutzende Betretungs- und Aufenthaltsverbote gegen Fans von Borussia Mönchengladbach ausgesprochen worden sind. Begründet werden diese mit einem ,,zumindest rivalisierenden” Verhältnis – eine Argumentation, die durch die vorab beschriebene Schilderung des Verhältnisses beider Fanszenen mehr als nur in Frage gestellt werden kann. Weiter heißt es in dem Schreiben, dass ,,Auseinandersetzungen zwischen diesen Fangruppierungen [...] nicht auszuschließen sind”. Eine Formulierung, die so vage und theoretisch formuliert ist, dass wohl jedes Fußballspiel darunter fallen dürfte, bei dem beide Fanszenen nicht ausdrücklich befreundet sind.
Besonders fragwürdig erscheint uns auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Betretungsverbote gegen Personen ausgesprochen wurde, die noch nicht ein einziges Mal rechtskräftig verurteilt worden sind.

Ebenso wurden in der Vergangenheit regelmässig eine Vielzahl an Betretungsverboten gegen Fans von Arminia Bielefeld ausgesprochen, zuletzt für das Westfalenpokalspiel gegen den 1.FC Kaan-Marienborn, einen Sechsligisten.

Betretungsverbote sind ein massiver Eingriff in die Bewegungsfreiheit. Grundsätzlich ist zu hinterfragen, inwiefern Fußballfans im Rahmen ihrer Leidenschaft mit solchen Maßnahmen überzogen werden und ob die ganze Prozedur nicht völlig an der Sache vorbei und über das Ziel hinaus geschossen ist. Besonders grotesk wird es aber dann, wenn nicht vorbestraften Personen die Einreise in eine Stadt verboten wird, obwohl überhaupt kein besonderer Anlass zur Sorge vor irgendwelchen Problemen besteht. Als Ultrágruppen der beiden Vereine stellen wir uns gegen diese unbegründete Repression und lehnen sie ab. Dass wir uns gemeinsam in dieser Sache zu Wort melden soll unterstreichen, dass die Begründung der Verbote einfach an den Haaren herbei gezogen ist.

Lokal Crew
Sottocultura


28. August 2014
Fanpolitik

Choreoverbot!

Heute Vormittag wurde uns von unseren Fanbeauftragten mitgeteilt, dass die für heute Abend geplante Choreografie gegen Sarajevo verboten worden ist.

Konkret wurde der zentrale Bestandteil der Choreo verboten, da die UEFA diesen als gewaltverherrlichend interpretiert hat. Eine mehr als fragwürdige Begründung, wenn man bedenkt, dass wir im Hinspiel noch von einer großen ,,Hellcome to Sarajevo”-Choreo samt Totenkopf-Blockfahne begrüßt worden sind.

Wir hätten uns gewünscht, dass wir diesem besonderen Spiel einen ebenso würdigen Rahmen hätten bieten können. Die Alternative, die Choreo ohne das verbotene Element durchzuziehen, kommt für uns nicht in Frage.  Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie unsere Fankultur auszusehen hat und der UEFA nicht noch damit in die Karten spielen, trotz der Einschränkungen ein treu-doofer Teil ihrer absurden Inszenierung zu sein.

Wochenlange Arbeiten, viel Mühe und viel Geld sind damit vorerst umsonst gewesen. Noch schlimmer ist, dass unserer Mannschaft bei diesem besonderen Spiel kein entsprechender Empfang geboten werden kann.

Lasst uns heute Abend darum doppelt so laut für die Jungs aus dem Platz singen – und lasst uns der scheiß UEFA genauso lautstark zeigen, was wir von ihr halten!

Fuck UEFA!!!

- Sottocultura -


1. Juni 2014
Fanpolitik

Zwangsumsiedlungen & Tote für euer Event?