8. Oktober 2015
Fanpolitik

Derby-Rückblick

Länderspielpause – das heißt auch: Endlich mal Zeit durchzuatmen! Ereignisreiche Wochen liegen hinter uns. Champions-League-Auftakt in Spanien, Derby-Niederlage, Favre-Rücktritt, Schubert-Inthronisierung, englische Woche, sportliche Wiederauferstehung, Königsklassen-Heim-Premiere samt Choreo-Vor- und Nachbereitungen. Nach dem erfolgreichen Wolfsburg-Spiel ist nun ein bisschen Ruhe eingekehrt – und für uns endlich die Chance gekommen, in aller Ausführlichkeit noch einmal auf unseren Derby-Boykott zurückzublicken. Besser spät als nie!

Auch knapp drei Wochen später schauen wir absolut positiv und zufrieden auf den 19. September zurück. Knapp 1700 Borussen setzen an diesem Samstag mit ihrem vorbildlichen Protestzug das viel zitierte “Zeichen für den Erhalt der Fankultur”. Hervorheben wollen wir an dieser Stelle, den absolut reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Schon am späten Samstagmorgen versammelten sich die ersten Anhänger am Fanhaus und stimmten sich gemeinsam auf das Spiel ein. Der anschließende Protestmarsch in die Altstadt bleibt uns bis heute als perfektes Beispiel für den Zusammenhalt einer ganzen Szene in Erinnerung.

Kutten, Ultras und Normalos zogen gemeinsam an einem Strang und protestierten friedlich gegen die überzogenen Sicherheitsmaßnahmen rund um das Derby. Der Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die unsere Szene an diesem Tag gezeigt hat, macht uns bis heute stolz. Das ist Fankultur! Deswegen, aber auch weil diverse Medien über unsere Aktion berichtet haben und sogar die Polizei ein positives Fazit ziehen konnte, konstatieren wir im Rückblick ganz klar: Wir haben den von uns geplanten “kreativen Protest” eindrucksvoll umgesetzt. Das “Heimspiel gegen Köln” war ein voller Erfolg!

Bis heute sind die vollkommen unfaire Kürzung des Ticketkontingentes, sowie die Personalisierung der Eintrittskarten, für uns nicht nachvollziehbar. Wir fragen uns, ob diese überzogenen Maßnahmen – angewiesen von ahnungslosen und überforderten Funktionären und Sicherheitsbehörden – wirklich die Zukunft des deutschen Fußballs sein sollen? Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf den fast komplett leeren Gästeblock in Köln und die Tatsache, dass am Spieltag im Müngersdorfer Stadion – auch dank der Solidarität der Heimkurve – zu keiner Zeit Derby-Atmosphäre aufkam. Dass wir diese Meinung nicht exklusiv haben, zeigen Äußerungen von Spielern und Funktionären beider Teams im Nachgang des Spiels. Gemeinsamer Nenner: Das war keine Derby-Atmosphäre!

Unser in Köln gezeigtes Spruchband gilt daher bis heute – und vermutlich auch darüber hinaus. Wir fragen Politiker, Funktionäre, Vereins- und Verbandsvertreter: Wollt ihr das?

Die Fanszene von Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bewiesen wie wichtig Fans für den Fußball sind. Welches Medium hat nicht die “grandiose Unterstützung” in der schweren sportlichen Phase bejubelt? Welches Medium hat nicht die “überragende Choreografie” aus dem Manchester-Spiel abgefeiert? Welches Medium hat nicht erwähnt, dass in Gladbach Mannschaft und Fans wie eine Wand zusammenstehen? Ohne uns Fans wäre das alles nicht möglich. Der Fußball braucht seine Basis. Ohne die Fans ist das Hochglanzprodukt Bundesliga-Fußball nur halb so viel wert!

Der Fußball wird immer mehr zum gesellschaftlichen Instrument. Funktionäre tragen auf dem Rücken der Anhänger ihre machtpolitischen Spielchen aus. Wir sollten uns das nicht länger gefallen lassen und jede Kröte schlucken!

Auch die Vereine sollten in diesem Zusammenhang aktiv werden und ihre reisefreudigen und aktiven Szenen, mit denen sie sich oft genug schmücken, gebührend unterstützen. Wir zählen daher weiterhin auf den Dialog mit unserer Vereinsführung und hoffen, dass wir auch in Zukunft irren Vorschlägen aus der Politik entschieden und gemeinsam entgegentreten werden.

Außerdem fordern wir den DFB, die DFL, die Vereine, Politiker und Sicherheitsbehörden dazu auf, mit den Fans gemeinsam Lösungen zu suchen. Entscheidet nicht am grünen Tisch über uns! Redet mit uns! Es gibt sicherlich einige Verstöße von Fans, die geahndet werden müssen. Die Entscheidung über etwaige Maßnahmen gehört jedoch in die Hände von Experten, also vereinseigenen Fanbeauftragten, Sozialarbeitern und Fan-Vertretern – und nicht in die Hände einiger Theoretiker, die dem Fußball und seiner gewachsenen Fankultur letztlich nur schaden.

Ein weiteres warnendes Beispiel nach unserem Derby ist nun der Boykott der Schalker Ultraszene des Ruhrpott-Schlagers gegen den BVB. Auch hier werden Tausende aktive Fans wegen überzogener (Anreise-) Maßnahmen dem Spiel fernbleiben. Auch hier werden einem bedeutsamen Spiel, auf das ganz Deutschland schaut, die Emotionen im Stadion genommen. Auch hier wird keine Derby-Atmosphäre aufkommen. Auch hier werden sich Spieler und Trainer nach dem Spiel enttäuscht zeigen. Auch hier entfernt sich der Fußball von seiner Basis.

Und auch hier fragen wir die Vertreter der Liga, des Verbandes und der Vereine – auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Wollt ihr das?

Der Fußball braucht die Fans! Dialog suchen, Fankultur erhalten! Für die Freiheit. Für den Fußball!


17. September 2015
Fanpolitik

Stimmen aus der Kurve


27. August 2015
Ankündigungen

Gesprächstermin mit Borussia

Gestern Nachmittag hat es im Borussia-Park ein Gespräch zwischen Vertretern des Vereins und Vertretern der Boykott-Gruppe gegeben. In dem aus unserer Sicht ausgesprochen konstruktiven Gespräch hat der Verein (vertreten durch Stephan Schippers) noch einmal betont, dass er den Boykott nach wie vor für den falschen Weg hält.

Allerdings wurde uns auch versichert, dass man das Votum aus großen Teilen der aktiven Szene (mittlerweile über 250 Fanclubs, inklusive des FPMG Supporters Clubs) ernst nimmt. Der Verein wird den Boykott nicht torpedieren! Das heißt: Solange kein Fan gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen beim Kartenverkauf verstößt, wird der Verein nicht mit Sanktionen reagieren.

Im Hinblick auf die geplante Alternativ-Veranstaltung sind wir mit dem Verein im kooperativen Dialog. Diesen werden wir nach der Champions-League-Auslosung sowie dem Auswärtsspiel in Bremen intensivieren. Fakt ist: Wir haben dem Verein ein Konzept vorgelegt, auf dessen Basis wir nun gemeinsam diskutieren. Sobald es spruchreife Informationen gibt, werdet ihr es an  dieser Stelle und auf den bekannten Plattformen erfahren.

Zum Abschluss eine Sache, die sowohl uns als auch dem Verein extrem wichtig ist: Es ist ein starkes Zeichen, dass der Klub und die Boykott-Gruppe – in dieser sicher für beide Parteien nicht einfachen Situation – respektvoll und offen miteinander sprechen. Verein und aktive Fanszene sind nicht zerstritten – und lassen von außen auch keinen Keil zwischen sich treiben!


31. März 2015
Auswärts

Betretungsverbote beim Pokalspiel Bielefeld – Mönchengladbach

Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach liegt inzwischen beinahe sechs Jahre zurück. Auf das damalige Unentschieden im Borussia-Park folgten für beide Fanszenen aufregende Jahre, wenn auch in teilweise verschiedene Richtungen. Während die Bielefelder einige Wochen nach besagtem Spiel als Tabellenletzter den Gang in die zweite Liga antreten mussten, rettete sich Gladbach denkbar knapp als 15ter. In den folgenden Jahren stieg die Arminia in die dritte Liga ab, schaffte den Wiederaufstieg und stieg in einem unglaublichen Relegationsspiel wieder ab. Borussia Mönchengladbach schaffte es dagegen, nachdem man in der Relegation 2011 den Abstieg verhindern konnte, sich unter Lucien Favre als Anwärter auf einen Europapokalplatz zu etablieren und spielte in dieser Saison bereits die zweite europäische Spielrunde.

Genau wie die beiden Vereine, deren Wege seit sechs Jahren getrennt sind, gab es auch zwischen den Fanszenen keinerlei Berührungspunkte. Auch vorher galt das Spiel auf beiden Seiten lediglich sportlich als ein Höhepunkt der Saison ohne besondere, weitere Brisanz. Beide Lager verbindet keine Freundschaft, aber eben auch keine irgendwie geartete Rivalität. Es sind einfach zwei normal zueinander stehende Fanszenen.

Aus diesem Grund müssen wir überrascht feststellen, dass für das Viertelfinale des DFB-Pokals in Bielefeld dutzende Betretungs- und Aufenthaltsverbote gegen Fans von Borussia Mönchengladbach ausgesprochen worden sind. Begründet werden diese mit einem ,,zumindest rivalisierenden” Verhältnis – eine Argumentation, die durch die vorab beschriebene Schilderung des Verhältnisses beider Fanszenen mehr als nur in Frage gestellt werden kann. Weiter heißt es in dem Schreiben, dass ,,Auseinandersetzungen zwischen diesen Fangruppierungen [...] nicht auszuschließen sind”. Eine Formulierung, die so vage und theoretisch formuliert ist, dass wohl jedes Fußballspiel darunter fallen dürfte, bei dem beide Fanszenen nicht ausdrücklich befreundet sind.
Besonders fragwürdig erscheint uns auch, dass ein nicht unerheblicher Teil der Betretungsverbote gegen Personen ausgesprochen wurde, die noch nicht ein einziges Mal rechtskräftig verurteilt worden sind.

Ebenso wurden in der Vergangenheit regelmässig eine Vielzahl an Betretungsverboten gegen Fans von Arminia Bielefeld ausgesprochen, zuletzt für das Westfalenpokalspiel gegen den 1.FC Kaan-Marienborn, einen Sechsligisten.

Betretungsverbote sind ein massiver Eingriff in die Bewegungsfreiheit. Grundsätzlich ist zu hinterfragen, inwiefern Fußballfans im Rahmen ihrer Leidenschaft mit solchen Maßnahmen überzogen werden und ob die ganze Prozedur nicht völlig an der Sache vorbei und über das Ziel hinaus geschossen ist. Besonders grotesk wird es aber dann, wenn nicht vorbestraften Personen die Einreise in eine Stadt verboten wird, obwohl überhaupt kein besonderer Anlass zur Sorge vor irgendwelchen Problemen besteht. Als Ultrágruppen der beiden Vereine stellen wir uns gegen diese unbegründete Repression und lehnen sie ab. Dass wir uns gemeinsam in dieser Sache zu Wort melden soll unterstreichen, dass die Begründung der Verbote einfach an den Haaren herbei gezogen ist.

Lokal Crew
Sottocultura


28. August 2014
Fanpolitik

Choreoverbot!

Heute Vormittag wurde uns von unseren Fanbeauftragten mitgeteilt, dass die für heute Abend geplante Choreografie gegen Sarajevo verboten worden ist.

Konkret wurde der zentrale Bestandteil der Choreo verboten, da die UEFA diesen als gewaltverherrlichend interpretiert hat. Eine mehr als fragwürdige Begründung, wenn man bedenkt, dass wir im Hinspiel noch von einer großen ,,Hellcome to Sarajevo”-Choreo samt Totenkopf-Blockfahne begrüßt worden sind.

Wir hätten uns gewünscht, dass wir diesem besonderen Spiel einen ebenso würdigen Rahmen hätten bieten können. Die Alternative, die Choreo ohne das verbotene Element durchzuziehen, kommt für uns nicht in Frage.  Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie unsere Fankultur auszusehen hat und der UEFA nicht noch damit in die Karten spielen, trotz der Einschränkungen ein treu-doofer Teil ihrer absurden Inszenierung zu sein.

Wochenlange Arbeiten, viel Mühe und viel Geld sind damit vorerst umsonst gewesen. Noch schlimmer ist, dass unserer Mannschaft bei diesem besonderen Spiel kein entsprechender Empfang geboten werden kann.

Lasst uns heute Abend darum doppelt so laut für die Jungs aus dem Platz singen – und lasst uns der scheiß UEFA genauso lautstark zeigen, was wir von ihr halten!

Fuck UEFA!!!

- Sottocultura -


1. Juni 2014
Fanpolitik

Zwangsumsiedlungen & Tote für euer Event?


12. März 2014
Fanpolitik

Stellungnahme zum FIFA=MAFIA-Spruchband

Wie bereits angekündigt wollen wir ausführlicher Stellung zu dem Spruchband nehmen, das wir am vergangenen Freitag anlässlich Sepp Blatters Auftritts vor dem Haus der Erholung in Mönchengladbach aufgehängt haben. Wir wissen natürlich, dass wir nicht alleine dadurch die (korrupte FIFA-) Welt verändern können – alleine die Tatsache, dass Blatter sich bei der Veranstaltung zum Spruchband und dem darauf erhobenen Vorwurf äußern musste und gemerkt haben wird, dass er in Mönchengladbach nicht nur auf Gastfreundschaft und Zustimmung stößt, lässt uns die Aktion im Nachhinein als positiv bewerten!

Als wir am Freitagmorgen die Information  bekamen, dass der Präsident der Fußball-Weltverbands FIFA in unserer Stadt auftreten würde sorgte allein dies schon für reichlich Unmut, da Blatter in unseren Reihen durchaus als persona non grata angesehen werden kann. Dass das Thema dann auch noch ,,Soziale Verantwortung des Sports‘‘ lautete ließ dann endgültig einige Kinnladen herunter klappen und so entschlossen wir uns dazu unserem Unmut zum Ausdruck zu bringen.

Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 ist grundsätzlich fragwürdig. Abgesehen vom Klima, welches man sich vor der Vergabe ,,nicht richtig angeschaut‘‘ [Blatter] habe und deswegen nun, zu Lasten der nationalen und kontinentalen Vereins-Wettbewerbe, über die Verlegung des Turniers in eine andere Jahreszeit berät (klar: Man muss ja auch Klimaforscher sein, um zu ahnen, dass Fußball im arabischen Sommer nicht der Hit ist), spielten auch ansonsten politische Interessen eine große Rolle. Dies ist zwar oft so, immerhin gleicht die Vergabe der Turniere einer Lizenz zum Gelddrucken – dass aber der französische Präsident sein Pendant bei der UEFA und den Emir von Qatar unmittelbar vor der Abstimmung in den Élysée-Palast einlädt ist schon eine außergewöhnliche Allianz und wohl exemplarisch für das Zustandekommen dieses Zustands. Blatter machte daraus auch kein großes Geheimnis und bestätigte, dass es ,,direkte politische Einflüsse‘‘ gegeben hat.

Vor allem aber lässt den Vortrag über soziale Verantwortung absolut pervers wirken, wenn man sich mit den Veröffentlichungen über die Zustände der Arbeiter in Qatar auseinandersetzt. Angestoßen durch verschiedene Medienberichte mit voneinander abweichenden Zahlen über Todesfälle, weitete sich eine Debatte über die Arbeitsbedingungen in der fußballaffinen Welt schnell aus. Von FIFA-Funktionären wurde dies vorerst gekonnt ignoriert oder sogar ins Lächerliche gezogen – so sprach Franz Beckenbauer selbst davon, dass er ,,noch nie einen einzigen Sklaven in Qatar gesehen habe‘‘ und weiter: ,,Die laufen da frei rum‘‘. Auch Blatter selbst glänzte vorerst durch Floskeln; die Zustände seien bekannt, Konsequenzen, wie die Verlegung der WM anscheinend kein Thema.

Amnesty International (AI) dokumentierte, nachdem man sich mittels Zugang zu entsprechenden Firmen und Massenquartieren für Arbeiter ein Bild machen konnte, in einem 153-seitigen Bericht die Zustände vor Ort. Bereits bei der Einreise aus den Entsenderländern werden den ausländischen Arbeitern die Pässe abgenommen. Mit nur geringen oder gar keinen Löhnen würden die Menschen zur Arbeit gezwungen, teilweise hätten sie keine Chance an Essen zu gelangen. Durch die Pass-Regelung haben sie keine Chance mehr auszureisen und sitzen so in der Falle. AI bringt es mit ihrer Kritik auf den Punkt, in der sie sagen, dass ,,es nicht sein kann, dass eine WM auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen wird‘‘.

Als wären diese Umstände alleine nicht schon Grund genug Sepp Blatter anzugreifen, haben er und sein Verband natürlich auch ansonsten mehr als genug Dreck am stecken.  Thomas Kisters fasst in seinem Buch ,,FIFA=MAFIA‘‘ zahlreiche Eskapaden und Skandale zusammen, von Ermittlungen aller möglichen Behörden, wie FBI, Interpol, Europarat und Schweizer Staatsanwaltschaften, bis hin zu Blatters Eigenschaft sich aus eben jenen immer wieder herauszuwinden, beschreibt er die dunklen Seiten des Weltverbands.

Da alle weiteren Schattenseiten den Umfang dieser Stellungnahme, geschweige denn des Spruchbands vergangenen Freitag, gesprengt hätten, wollen wir uns auch nur des Titels von Kisters‘ Buch bedienen:

,,XX TOTE IN QATAR – FÜR GELD GEHT IHR ÜBER LEICHEN! FIFA = MAFIA!‘‘

 

Sottocultura
Ascendente


22. Mai 2013
Fanpolitik

Solidarität mit CRIMARK?

Aufgrund der Unklarheit bezüglich des am Samstag, beim Spiel gegen die Bayern, gezeigten Spruchbands (siehe Foto) möchten wir uns kurz zu Wort melden.

Innerhalb der Nordkurve gibt es seit Jahren gute Kontakte zur Fanszene von Union Berlin. Dem auf dem Spruchband genannten Fanclub CRIMARK wurde vor kurzem ein Zaunfahnen-Verbot durch den eigenen Verein auferlegt. Als Begründung hierfür wird vom Verein eine rechte Tendenz innerhalb der Gruppe und (angeblich politisch-motivierte) Übergriffe einzelner Gruppen-Mitglieder auf Fans anderer Vereine genannt. Auch findet die Gruppe Erwähnung in einem Bericht des Verfassungsschutzes. Die Hintergrund-Recherche basiert hierbei allerdings größtenteils auf Informationen der linksorientierten, leider äußerst semi-seriösen Plattform INDYMEDIA.

Wir möchten an dieser Stelle gar nicht darüber debattieren, wie all diese Dinge zu bewerten sind. Sollten sie stimmen, ist die Antwort vollkommen klar: So etwas ist nicht in Ordnung!

ABER:

Bei einem Generalverdacht gegen eine ganze Fangruppe läuten unsere Alarmglocken. Wir sind gegen die Vergabe von Stadionverboten nach dem Gießkannenprinzip, wir sind gegen die Belegung von ganzen Gruppen mit Stadtverboten und wir sind eben auch gegen Verbote ganzer Gruppen, nur weil einzelne Mitglieder über die Stränge schlagen.

Mit unserem Spruchband prangern wir genau DAS an. Wir wollen uns in keinster Weise mit Nazis solidarisieren. Die finden wir genauso Scheiße, wie jeder andere, klardenkende Mensch!

Bei den uns bekannten Mitgliedern von CRIMARK konnten wir keine rechten Tendenzen feststellen. (Rechte) Politik hat in unseren Gesprächen und gemeinsamen Erlebnissen nie eine Rolle gespielt. Für uns hat sich vor allem eins gezeigt: UNION BERLIN steht für CRIMARK an erster und einziger Stelle.

Die Ultrà-Szene Mönchengladbach ist und bleibt unpolitisch!


15. April 2013
Fanpolitik

Einladung an die Stadtverbotler aus Gelsenkirchen

Anlässlich der am 32. Bundesliga-Spieltag stattfindenden Partie unserer Borussia gegen den FC Schalke 04, trudelten bereits im Vorfeld zahlreiche Stadtverbote bei Fußballfans aus Gelsenkirchen ein. Von insgesamt über 60 solcher Betretungsverbote in Teilen Mönchengladbachs ist die Rede.

Ein Stadtverbot ist eine sogenannte “polizeiliche Präventivmaßnahme”. Es enthält meist ein ausgeschriebenes Betretungsverbot für gewisse Teilbereiche im jeweiligen Stadtgebiet. Bei Zuwiderhandlung drohen den Betroffenen unter anderem hohe Geldbußen sowie weitere strafrechtliche Folgen. Die Begründung seitens der aussprechenden Personen ist oftmals waghalsig und nicht selten völlig absurd. Wir betrachten Stadtverbote als reine Schikane!

Die betroffenen Personen gehören unter anderem der Gruppe “Ultras Gelsenkirchen” an. Noch im Hinspiel wurde auf Schalke mit eben dieser Gruppe eine gemeinsame Spruchbandaktion angefertigt und durchgeführt. Darüber hinaus haben bereits vor wenigen Jahren Stadionverbotler aus Gelsenkirchen und Mönchengladbach die Spiele gegeneinander gelegentlich zusammen verbracht. Nun bedarf es aus heiterem Himmel 60 Stadtverboten für einen sicheren Ablauf des Spieltages?

In der Vergangenheit wurden solche Verbote meist bei brisanten Begegnungen (im Polizei-Jargon auch “Hochsicherheitsspiel” genannt) ausgesprochen. Die Entwicklung zeigt einen deutlichen Anstieg dieser Maßnahme, einhergehend mit einer willkürlichen Vergabe. Zwischen den Fanszenen aus Mönchengladbach und Gelsenkirchen besteht eine normale sportliche Rivalität und das Skurrile ist zudem, dass ein Großteil der betroffenen Personen noch nicht einmal ein aktuelles Stadionverbot besitzt. Es kann nicht sein, dass aufgrund dieser Maßnahme zahlreiche Fußballfans in ihrer Reisefreiheit derart eingeschränkt werden!

Ihr wollt mit dieser Repressalie Anhängern ihres Vereins ihre Leidenschaft nehmen, dem eigenen Club zu folgen und diesen bedingungslos zu unterstützen? Wir drehen den Spieß um und sagen: Es reicht!

Die mit einem Stadtverbot betroffenen Personen der Gruppe “Ultras Gelsenkirchen” werden hiermit von unseren Stadionverbotlern offiziell zum gemeinsamen Fußballgucken am Freitag den 03. Mai 2013 in Mönchengladbach eingeladen.

 


4. März 2013
Fanpolitik

Fußball ist ein Volkssport!

Seit geraumer Zeit, wird diese Sportart geliebt, vergöttert, verehrt und ist mittlerweile zur beliebtesten Mannschaftssportart der Welt geworden. Diese rasante Entwicklung, gerade in den letzten 15 Jahren, bringt aber auch ihre Schattenseiten mit sich.

War der Fußball in der Vergangenheit eher ein Sport für die Arbeiterklasse, für Menschen mit geringerem Einkommen, ja sogar verpönt, ist Fußball spätestens seit 2006 gesellschaftsfähig geworden und mittlerweile hat jeder Promi, der etwas auf sich hält einen Lieblingsverein.
Doch wohin geht diese Entwicklung? Wir wollen nicht naiv sein, der heutige Fußball braucht Sponsoren, braucht VIP-Tribünen und braucht Marketing um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch in erster Linie sollte es unabhängig vom jeweiligen sozialen Status um die Fans gehen. 2025 soll auch noch der geringverdienende Familienvater mit seinem Sohn in der Kurve unseres Borussia-Parks stehen oder sitzen und die Elf vom Niederrhein singen können. Ein Szenario, das so nicht unbedingt eintreten muss, denn die Entwicklung geht unserer Meinung nach in eine völlig falsche Richtung.

Hier wird im Wintertrainingslager, auf Einladung der DFL, Werbung in Dubai gemacht. Einem Land, in dem Fußball zur Belustigung der Super-Reichen dient und wo Fußball nur solange interessant ist, bis irgendein Scheich plötzlich die Lust daran verliert und ein neues Spielzeug entdeckt. In Dubai kann man Geld verdienen. Nicht nur aus diesem Grunde, wurde auch die WM 2022 an einen Wüstenstaat vergeben. Diese Geschäftsnische hat auch die DFL für sich entdeckt und schickt jedes Jahr einen Verein als Repräsentanten der Bundesliga in die Sonne. Dieses Jahr „durfte“ unser VFL diese Reise antreten. Von den Rahmenbedingungen für die Spieler, war es scheinbar das perfekte Trainingslager, leider blieben die Fans auf der Strecke. Die üblichen Trainings- und Testspielbesuche wurden ungewohnt zu einer umständlichen Tortur. Zur gleichen Zeit, streute die Presse Gerüchte, dass Borussia möglicherweise an lukrativen Deals mit irgendwelchen Scheichs basteln soll. Ein Schelm, wer bei der Verkleidung von Herrn Königs auf der Karnevalssitzung, als eben solcher Scheich, böses denkt. Borussia muss Geld verdienen – aber nicht um jeden Preis!

Die nächsten zwei Ereignisse, die uns etwas sorgenerfüllt in die Zukunft blicken lassen, sind zum einen die Preiserhöhungen der Speisen am Kiosk-Bereich sowie die Kartenpreise für Gästefans gegen Düsseldorf und Dortmund. Aber der Reihe nach:

Zur Rückrunde hat Borussia die Preise für Speisen in den Kiosken erhöht. Hier wurde die Wurst um 20 Cent teurer, dort eine Brezel oder eben ein Fischbrötchen um den gleichen Betrag. Ihr hört heute zum ersten Mal von diesen Preissteigerungen? Richtig, denn von Borussia wurde diese Maßnahme leider still und heimlich durchgeführt, ohne darüber zu informieren. Nach steigenden Ticketpreisen zur aktuellen Saison wurden nun auch die Preise für Speisen wieder angehoben. Irgendwann ist ein Ende der Fahnenstange erreicht und 5 € für eine Currywurst mit Pommes ist deutlich überzogen.

Die nächste Sorgenfalte auf unserer Stirn zeigte sich, als wir erfahren haben, dass die Gäste aus Düsseldorf (22,-€) und Dortmund (21,45€) deutlich mehr als den üblichen Tageskartenpreis für ihren Stehplatz bei uns bezahlen sollten. Nicht etwa über einen Schwarzmarkthändler, sondern über den regulären Verkauf. Obwohl die Verfasser dieses Textes, sowie 99,9 Prozent dieser Leser, die beiden Vereine nicht leiden können, muss man so einen hohen Ticketpreis für einen Stehplatz in unserem Stadion sehr kritisch hinterfragen. Auch wenn Fortuna selber zwei Euro auf den Ticketpreis aufgeschlagen hat, bleibt der 5€-Topsspielzuschlag (Fünf Euro!) einigen Fortunen berechtigterweise im Halse stecken. (Beim Hinspiel in Düsseldorf, mussten wir 14,50€ für den Stehplatz bezahlen)
Selbiges gilt für den Dortmunder Anhang, der mit einigen Spruchbändern im Borussia-Park seinem Ärger bereits Luft gemacht hat.
Ein besonderer Dorn im Auge sind hier die Topspielzuschläge insbesondere für Gästefans, die grundsätzlich überdacht werden sollten.

Von Vereinsseite wird man nun vermutlich erklären, dass der reine Kartenpreis noch unter zwanzig Euro liegt und nur durch die übliche VVK-Gebühr jenseits der 20€-Grenze befördert wird. Schön und gut, dennoch aus Fansicht relativ irrelevant, denn bezahlt werden muss ohnehin der komplette Preis, egal wie sich dieser zusammensetzt.
Was kann der Auswärtsfahrer nun dafür, dass der gastgebende Verein das Spiel gegen seinen Klub, als ein Topspiel deklariert und mit einem entsprechenden Zuschlag versieht? Eine erfolgreiche Saison der eigenen Mannschaft oder andere Gründe einer gesteigerten Attraktivität, soll auswärtsfahrende Fans also tiefer in die Geldbörse greifen lassen? Auch wenn wir Borussen bislang noch halbwegs verschont geblieben wurden, sind auch wir schon in den „Genuss“ von horrenden Kartenpreisen gekommen (Stichwort DFB-Pokal in Heidenheim).
Damit sei nur einmal auf die Preisentwicklung von Stehplätzen hingewiesen. Preise für Sitzplätze bewegen sich ebenfalls jenseits von Gut und Böse. Der eingangs angesprochene Familienvater mit Sohnemann (in diesem Fall aus Dortmund) hätte beim letzten Gastspiel für zwei Sitzplätze stolze 82,50€ Eintritt bezahlen müssen, da die Stehplätze größtenteils von Allesfahrern vergriffen sind und er trotzdem seinem Nachwuchs an das Auswärtsfahren heranführen möchte.

Wir sind uns bewusst, dass nicht alle angesprochenen Szenarien so eintreten müssen bzw. das es durchaus andere Sichtweisen gibt. Außerdem sind wir uns im Klaren darüber, dass der Fußball in Deutschland im europäischen Vergleich günstig erscheint. Doch hier sei auch einmal auf die dortige Stimmung und den Zustand der Fankultur in den jeweiligen Stadien verwiesen. Genau deshalb sieht der Nordkurve e. V. es als seine Pflicht an, diese Ereignisse kritisch zu betrachten, in Zukunft wachsam zu bleiben und genau hier den Finger in die Wunde zu legen. Wir möchten mit diesem Text den Vereinsverantwortlichen und den Lesern ein wenig die Augen öffnen und zum Nachdenken anregen. Es darf nicht sein, dass der Fußball in ein paar Jahren zu einem Luxusgut geworden ist und unsere Kinder diesen schönen Sport nur noch vor dem Fernseher erleben können.

Fußball muss bezahlbar bleiben!

Nordkurve e. V. im März 2013