1. Februar 2013
Fanpolitik

Polizei in der Nordkurve

Viele Fans hatten Angst, dass sich nach dem 12. Dezember 2012 alles ändern sollte.
Das umstrittene DFL-Sicherheitspapier wurde mehrheitlich verabschiedet und in Fußballdeutschland breitete sich eine Art „Weltuntergangsstimmung“ aus.

„In Mönchengladbach wird sich nichts ändern“

„Wir in Mönchengladbach sind Vorreiter in Sachen Sicherheit“

„Das neue Sicherheitspapier wird keine spürbaren Veränderungen mit sich bringen“

Solche und ähnliche Sätze sind in diversen Gesprächen und Veröffentlichungen von Vereinsseite gefallen.

Nun stand also das erste Heimspiel nach dem 12.12. an. Ein Spiel gegen die Nachbarn aus Düsseldorf. Ein Spiel das weder von Vereinsseite noch von den Borussiafans als Derby angesehen wird.

Umso entsetzter sind wir über die Zustände am Spieltag. Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass eine Einheit des 16. BPH (Bereitschaftspolizei) Gelsenkirchen in unserer Nordkurve auf- und ab marschierte. Zudem wurden zwei Polizeifahrzeuge direkt neben den Anlaufpunkten der aktiven Fanszene, dem Info-Stand vom Fanprojekt, sowie dem Info-Stand vom Nordkurve e. V. geparkt. Pure Provokation, die nur durch ein besonnenes Verhalten der Fanszene Mönchengladbach nicht zur Eskalation geführt hat.

Ein Borussen-Kodex, der eine Selbstregulierung der eigenen Fanszene beschreibt, wird ausgesetzt und der vereinseigene und in der Fanszene bekannte und akzeptierte Ordnerdienst übergangen.

Doch damit nicht genug, denn nach Abpfiff fand sich ein weiterer Trupp von Polizisten in Block 17 ein, um die Aufräumarbeiten und den Aufbruch der Ultrászene zu beobachten. Auch vor Block16, dem Herzen der Nordkurve, stand die Polizei Spalier. Auf Anfragen nach den Gründen dieser Überwachung, wurden keine Auskünfte gegeben. An anderer Stelle wurde von den Beamten aber rege das Gespräch mit den Fans gesucht.

Selbst bei Derbys gegen Köln, sind solche Maßnahmen nicht ergriffen worden. Da es sich hier um Privatgelände von Borussia handelt, bleibt die Frage offen, welche Begründungen der Verein und die Polizei für solche Schritte haben.

In der Nordkurve des Borussia Parks gab es seit der Stadioneröffnung 2004 keinen Vorfall, der diese Maßnahmen rechtfertigen würde. Solche Schritte in Sachen Überwachung und Kontrolle sind spätestens nach dem 12.12.2012 ein falsches Signal an die Fanszene. Es genügt schon, dass sich die polizeiliche Überwachung täglich auf das Privatleben einzelner Fans auswirkt.

Wir wollen keine Polizei in unserer Nordkurve!

Nordkurve e. V. im Januar 2013


21. Dezember 2012
Fanpolitik

Sicheres Stadionerlebnis?

Hallo Borussia-Fans,

inzwischen sind bereits einige Tage nach der Verabschiedung des umstrittenen Konzeptpapiers „Sicheres Stadionerlebnis“ durch die Deutsche Fußball Liga vergangen und auch der erste Spieltag nach dem 12.12.2012 liegt bereits hinter uns.

Bewusst wenden wir uns erst zum gegenwärtigen Zeitpunkt an Euch, da wir zunächst einmal intern unsere Gedanken im Hinblick auf die Entscheidung der DFL ordnen mussten, um auch weiterhin rational und durchdacht handeln zu können und bloße Trotzreaktionen zu vermeiden.
Unserer Ansicht nach war der Protest, den wir an den drei Spieltagen vor dem 12.12.2012 in Zusammenarbeit mit der Kampagne „12:12 Ohne Stimme – Keine Stimmung“ durchgeführt haben, weitaus erfolgreicher als wir uns es im Voraus erhofft haben. Insbesondere die Geschlossenheit, die unsere große und vielfältige Fanszene in Mönchengladbach hier demonstriert hat war beeindruckend und ist für uns einer der größten Gewinne, die wir aus dem Protest ziehen können.

Nur Gemeinsam können wir gegen die mächtigen Vereine und Verbände ein entsprechendes Gegengewicht bilden und etwas bewirken. Auch wenn das Papier in seiner Gänze nicht verhindert werden konnte, führte der Protest zu einer kritischen Auseinandersetzung der Vereine und Verbände mit dem Papier. Letztlich mussten sich diese sogar Fehler eingestehen und entschärften einzelne Punkte. Ein Erfolg! Ferner wurde der Protest auch in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen und die gesamte Medienwelt schien sich nur noch um das Sicherheitspapier der DFL zu drehen – als gäbe es keine anderen Probleme. Es folgte eine differenzierte, teilweise sogar fanfreundliche Auseinandersetzung in der Gesellschaft, wie wir sie schon lange Zeit nicht mehr erleben durften.

Leider war der Druck, dem die Vereine und Verbände durch die Politik ausgesetzt waren, zu groß, so dass trotz einer nicht zu unterschätzenden Wirkung, den der Protest zweifelsohne bei allen Beteiligten hinterlassen hat, eine rasche Verabschiedung durch alle 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga folgte – auch wenn es vereinzelte Gegenstimmen gab. Es stellt sich die Frage, was auf uns zugekommen wäre, wenn der Verband seiner Satzungsautonomie nicht nachgekommen wäre und der Politik den Ball zugespielt hätte. Auch wenn die meisten der in diesem Zusammenhang gestellten Forderungen wohl kaum mit unserem Grundgesetz vereinbar sein dürften, sollte jedem klar sein, dass ein konservativer Innenminister, der sich im Wahlkampf befindet, bis zum Äußersten zu gehen bereit ist. Eine Auseinandersetzung in den Parlamenten, in denen Politiker sitzen, die zu einem großen Teil noch nie ein Fußballstadion von innen gesehen haben, geschweige denn etwas von Fankultur verstehen, hätte sicherlich keine Verbesserung der Lage für uns Fans zur Folge.

In München haben wir uns deshalb bewusst gegen einen Stimmungsboykott entschieden, da wir bereits befürchtet haben, dass die Kampagne ihre Wirkung verlieren würde. Die Stärkung der Fanszenen, die als Erfolg aus der Kampagne hervorging, droht nun wieder verloren zu gehen, indem nicht zu unterschätzende Grabenkämpfe in den einzelnen Fanszenen ausgetragen werden. Weiterhin möchten wir auch noch einmal deutlich machen, dass ein Stimmungsboykott in dieser Form zu den drastischeren Maßnahmen gehört, die uns Fans zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund möchten wir mit allen Mitteln verhindern, dass diese eindrucksvolle Waffe ihre Wirkung verliert.
Auch wenn wir uns dazu entschieden haben unseren Verein weiterhin lautstark zu unterstützen, heißt dies keineswegs, dass wir mit den Ergebnissen des Sicherheitspapiers einverstanden sind, geschweige denn dieses akzeptieren werden.

Wir werden in den nächsten Wochen anfangen fanpolitische Themen innerhalb unserer Szene und gemeinsam mit unserem Verein zu diskutieren und aufzuarbeiten, um die Bedingungen für alle Fans, ob Gast oder Heim weiterhin zu verbessern, damit auch unsere Kinder noch den Fußball erleben dürfen, wie wir ihn lieben.
Eins sollte jedoch allen Beteiligten klar sein. Wir Borussia-Fans lassen uns durch kein Zelt dieser Welt jagen um uns zu entblößen und von unterqualifiziertem Ordnungspersonal durchsuchen zu lassen. Hier müssen wir auch in Zukunft Geschlossenheit demonstrieren, denn Solidarität ist unsere stärkste Waffe. Es liegt an uns Fans das Papier ins Leere gehen zu lassen. Es geht auch nicht um den Schutz von kriminellen Einzeltätern, sondern um den Kampf für die Erhaltung wesentlicher Menschenrechte für uns Fans.

Wir bleiben am Ball!

 

Euer Nordkurve e.V/Arbeitskreis Fanpolitik

 

Im Anhang findet Ihr nun nochmal alle Anträge in einem kleinen Überblick. Wer die Ergbnisse im Wortlaut lesen möchte der klicke bitte auf bundesliga.de

 

Antrag 1: Rolle und Funktionen des Veranstaltungsleiters, des Sicherheits- und Fanbeauftragten werden detailliert festgelegt.

Antrag 2: Der offene, kontinuierliche und verbindliche Dialog zwischen den Vereinen und Fans wird in der Lizenzierungsordnung verankert.

Antrag 3/4: Die Möglichkeiten zur Videoüberwachung durch die Polizei müssen verbessert werden, um die Täteridentifizierung und Verfolgung zu vereinfachen.

Antrag 5: Der Ordnungsdienst des Gastvereins wird in die sicherheitstechnischen Abläufe im Stadion des Heimvereins einbezogen – bei Risikospielen ist dies verbindlich.

Antrag 6: Die Aufgaben des Sicherheitsbeauftragten werden präzisiert, was unter anderem die Nutzung eines Spielreportbogens umfasst.

Antrag 7: Die Anwesenheit des Veranstaltungsleiters ist immer verbindlich, dieser muss an den Sicherheitsbesprechungen bei Risikospielen teilnehmen.

Antrag 8: Die Kontrolleinrichtungen an den Zugängen zum Stadion werden verbessert. Die Einführung von Vollkontrollen ist in keinem Fall vorgesehen.

Antrag 9: Sowohl gewerbliche als auch die vereinseigenen Ordnungsdienstkräfte müssen das Schulungskonzept des DFB durchlaufen haben.

Antrag 10: Auch der Fanbeauftrage muss alle Vorkommnisse, Erkenntnisse und sicherheitsrelevante Ereignisse im Spieltagsreportbogen erfassen. Auch die grundsätzliche Teilnahme an den Sicherheitsbesprechungen ist verankert.

Antrag 11: Der gastgebende Verein muss zwingend begründen, warum eine Partie als Risikospiel eingeordnet wird, was eine Verringerung des Ticketkontingents für den Gastverein zur Folge haben könnte.

Antrag 12: Ein Zertifikat im Bereich “Stadion und Sicherheitsmanagement” wird eingeführt.

Antrag 13: Es wird eine ständige Kommission “Stadionerlebnis” eingerichtet, an der auch Fanvertreter und -organisationen teilnehmen.

Antrag 14: Für Anhänger des Gastvereins steht weiterhin ein Ticketkontingent von mindestens zehn Prozent der Kapazität zur Verfügung. Die Möglichkeit des Heimvereins, nur bei Spielen mit erhöhtem Risiko in besonderen Ausnahmefällen und bei besonderer Gefahrenlage das Gästekartenkontingent zu reduzieren, wird detailliert festgelegt.

Antrag 15: Die DFB-Sportgerichtsbarkeit wird weiterentwickelt, unter anderem durch die Einbindung weiterer sachkundiger Vertreter von DFL und den Klubs in die Arbeit der DFB-Rechtsorgane.

Antrag 16: Es werden Auflagen zur zweckgebundenen Verwendung von Erlösen aus der Vermarktung verankert, wenn Sicherheits-Maßnahmen zum wiederholten Male nicht erfüllt werden.

 


30. November 2012
Fanpolitik

Ohne Stimme, keine Stimmung!

www.12doppelpunkt12.de


26. November 2012
Fanpolitik

Stellungnahme zum DFL-Papier “sicheres Stadionerlebnis” – geplante Aktionsspieltage

In den vergangenen Wochen wurde er heiß diskutiert, der Maßnahmenkatalog der DFL – genannt „Sicheres Stadionerlebnis“. Einige von Euch werden vielleicht schon mitbekommen haben, dass dadurch in den letzten Tagen und Wochen viel über und vergleichsweise wenig mit den Fans bzw. deren Vertretern gesprochen wurde.

Durch die übertriebene Hysterie durch Medien und Polizei und der verfälschten Wahrnehmung, dass Stadionbesuche nicht mehr sicher seien, wurde der Ligaverband durch die Vereine beauftragt einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, um etwaigen Schnellschüssen der Politik vorzugreifen. Doch leider war der erarbeitete Maßnahmenkatalog trotzdem ein mit heißer Nadel gestrickter Schnellschuss, denn Leute die wirklich Ahnung von Fanarbeit und Fankulturen haben, wurden bei der Erarbeitung des Konzepts ganz einfach außen vor gelassen.

So kam es wie es kommen musste, das DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ wurde innerhalb kürzester Zeit in der Luft zerrissen und von vielen Vereinen kategorisch abgelehnt.
So weit, so gut, doch änderte dies nichts an der Problematik, dass die DFL am 12.12.2012, bei der nächsten Sitzung des Ligaverbandes, unbedingt Entscheidungen verabschieden will. Die Zeit drängt also, die Möglichkeit einer ausgiebigen Prüfung und Überarbeitung war so gut wie überhaupt nicht möglich und fand dennoch statt und trägt nun den Titel „Stadionerlebnis“.

Man muss deutlich hervorheben, dass die aktive Fanszene in Mönchengladbach durch die Fanbetreuung und den Verein, in eine Überarbeitung des Konzepts mit eingebunden wurde. Inwieweit unsere Stimme allerdings Gehör bei der DFL gefunden hat, bleibt offen. In unseren Augen ist der neue Katalog in Teilen nur eine verwässerte und beschönigte Version der alten Fassung und aus diesem Grunde sind weiter diverse Punkte kategorisch abzulehnen.

Weggefallen in der neuen Fassung ist z. B. die Forderung nach einem Kodex für Fans, der von der DFL inhaltlich festgelegt wurde. In Mönchengladbach haben wir das Glück, dass aus der Fanszene heraus, beim Umzug in den Nordpark, selbstständig ein solcher Kodex erarbeitet wurde, denn so einen Kodex kann niemandem aufgezwungen oder diktiert werden.

Hier sieht man deutlich, dass die gute Fanarbeit in Mönchengladbach Früchte trägt. Auch viele weitere Punkte, die in diesem Maßnahmenkatalog erwähnt sind, sind in Mönchengladbach bereits Standard und deshalb auch kein Grund zur Aufregung.

Allerdings lässt das neue Konzept weiterhin Raum für Vollkontrollen von Fans zu, auch wenn sie nicht mehr explizit aufgeführt sind. Auch eine Reduzierung der Kartenkontingente bei „Risikospielen“ soll weiterhin möglich sein. Wörter wie Fanprivilegien und Sätze wie „Stehplätze sind kein unveränderter Besitzstand“ sind zwar verschönt bzw. weggelassen worden, allerdings nur auf den massiven Druck in den vergangenen Wochen. Davon sollte man sich jetzt nicht einlullen lassen. Eine klare Positionierung zum Erhalt der Stehplätze vermissen wir ebenfalls.

Ähnlich wie bei kürzlich veröffentlichten Statistiken zu Polizeieinsätzen (ZIS-Bericht), die manche Medien unkritisch in der Welt verbreiten, entsteht auch hier der Eindruck, dass durch fehlende Transparenz nicht mit offenen Karten gespielt wird. Ein ehrlicher Dialog erfordert ehrliche Fakten und ausreichend Zeit sich mit diesen auseinanderzusetzen!

Um ein Zeichen in Richtung DFL, Politik und Öffentlichkeit zu setzen, haben sich deutschlandweit Fanszenen zusammengeschlossen und die Aktionskampagne „12:12 Ohne Stimme, keine Stimmung“ gegründet. Hierüber wollen wir Euch informieren:

Ab dem Wolfsburg-Spiel wollen wir in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden eines Spiels schweigen und auf Fahnen, Doppelhalter und Choreografien verzichten. Um der Mannschaft zu zeigen, dass dieser kurze Stimmungsboykott nicht gegen sie gerichtet ist, wird es Gespräche mit dem Stadionsprecher, den Fanbeauftragten, sowie einen offenen Brief an unser Team geben.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass ein Stimmungsboykott von manchen Fans kritisch gesehen wird. Auch wenn es gegenteilige Ansichten gibt: Niemandem soll von unserer Seite aus vorgeschrieben werden, was er zu tun oder zu lassen hat. Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass die Fanszenen aus mündigen Personen bestehen, über deren Köpfe hinweg nicht einfach Dinge entschieden werden können, die uns allen unseren Fußball wie wir ihn lieben kaputt machen!
Hier in Mönchengladbach funktionieren Dialog und Kommunikation mit den Vereins- und Fanvertretern und uns geht es einzig und allein um das fragwürdige Handeln seitens der Ligaverantwortlichen.

Die Fans sind nicht das Problem, sondern Bestandteil der Lösung. Nur mit uns kann die bunte und laute Fankultur in diesem Land bewahrt werden! Wir zählen auf dich!

Ab dem Wolfsburg-Spiel wird es ebenfalls einen Infostand von uns geben, an dem Flyer ausliegen und jeder gerne das persönliche Gespräch suchen kann.

Auf folgenden Seiten findet ihr weitere Informationen rund um die Aktion:

www.12doppelpunkt12.de/
www.ich-fuehl-mich-sicher.de/
facebook.com/NordkurveFanpolitik

Ab Minute 12:13 werden wir unser Team wie gewohnt lautstark unterstützen. Die Mannschaft haben wir vorab mit einem offenen Brief über unser Vorhaben informiert. Hier könnt ihr den Brief lesen.

 


8. Oktober 2012
Fanpolitik

Auswärtsspiel in Mönchengladbach

Das eigentliche Heimspiel in der Euro-League am vergangenen Donnerstag war für viele Borussen nicht nur auf dem Spielfeld enttäuschend, sondern auch die Begleiterscheinungen ließen ein sehr befremdendes Gefühl aufkommen. Mehrere Punkte stießen wirklich absolut negativ und traurig auf, weshalb wir an dieser Stelle unseren Missmut kundtun möchten.

Im Vorfeld wurde von Borussia aus dem damaligen Heimspiel, als Dortmund in Mönchengladbach Meister werden konnte, gelernt. Man befürchtete eine Invasion von Fenerbahçe – Anhängern, weshalb sich die Vereinsführung dazu entschloss, Karten (außer für den Gäste-Bereich), nur an Borussia-Mitglieder abzugeben. Es durften je Mitglied maximal 4 Karten bestellt werden. Auf den ersten Blick eine gute Entscheidung, das Problem hieran war jedoch, dass man natürlich Karten für andere Leute mit bestellen konnte und somit auch mögliche Gäste-Sympathisanten nicht komplett ausgeschlossen wurden. Im Vorfeld des Spiels sah man hunderte Karten bei Ebay über die virtuelle Ladentheke gehen – natürlich dementsprechend weit über Normalpreis. Diese beiden Punkte sorgten letztlich dafür, dass sich um die 10.000 Fenerbahçe-Sympathisanten in unserem Stadion eingefunden haben, die ihre Mannschaft natürlich dementsprechend unterstützen konnten.

Darum fragt man sich, wie beschämend sich viele Vereins-Mitglieder verhalten können, indem sie unser erstes Europa-League Heimspiel nicht besuchen, sondern die eigene(n) Karte(n) lieber an Gästefans abgeben? Ist die Profit-Gier mittlerweile so hoch, dass Stolz, Ehre und Leidenschaft für den eigenen Verein nicht mehr so viel wert sind, wie ein paar Groschen?

Ein weiterer Punkt, der sauer aufgestoßen ist, war das Vorgehen unseres Ordnungsdienstes und der Staatsmacht. Wie kann es sein, dass z. B. in Block 19 eine Handvoll Gästefans die Heimfans provozieren aber der Ordnungsdienst den Borussia Fans mit Rauswurf droht? Warum laufen in unserer Nordkurve Gästefans mit Schal und Trikot herum? Bei vielen anderen Beispielen sind unsere Ordner mehr als penibel, aber hier wurde auf ganzer Linie versagt!

Den Vogel schoss allerdings mal wieder die Polizei ab. Hinter der Nordkurve zündeten einige Fenerbahçe-Fans Bengalos und feierten, vermutlich völlig unwissend, wo sie sich gerade befinden, ihren Sieg. Doch anstatt die Fanlager zu trennen und die Gästefans wegzuschicken, schaute sich die Polizei das Spektakel in Ruhe an und isolierte stattdessen lieber die bösen Heimfans hinter der eigenen Kurve. Von Ihnen gehe angeblich ein höheres Gefahrenpotential aus. Natürlich durfte die obligatorische Pfefferspray Flasche im Anschlag nicht fehlen. Fuck the Police!

Letztlich fehlt bei der deutschen Polizei und leider auch bei vielen Mitgliedern unserer Borussia einfach das nötige Rückgrat und Borussia hat bei aller Gastfreundschaft den eigenen Heimanhang komplett vergessen. Traurig aber wahr!